Studium, Job, Hobby – So habe ich das Richtige für mich gefunden!

Ich war nie einer der Menschen, die ein Problem damit hatten, eine Antwort auf die Frage „Was möchtest du mal werden?“ zu finden. Abgesehen von meiner frühen Kindheit, in der ich Bäckerin werden wollte, um Kuchen zu essen und einer kurzen Phase in der ich mit dem Gedanken gespielt habe, Anwältin zu werden, war mein Berufswunsch eigentlich immer klar. Ich war echt froh mich während des Abis nicht wirklich viel mit meinen Zukunftsplänen auseinandersetzen zu müssen, weil ich mir in meinem Vorhaben total sicher war. Dem bin ich dann auch nachgegangen und bin mittlerweile glückliche Drittsemester-studentin. Bei meinen Hobbys bin ich allerdings über mehrere Umwege gegangen: Klavier, Gitarre, eine Band und Tanzgruppe mit meinen Grundschulbesties, Tischtennis, Fußball, … da war eigentlich alles dabei, doch nichts hielt lange an. Aber auch in dem Bereich habe ich mittlerweile „fündig geworden“. Ich erzähl euch heute, wie ich das geschafft habe und woran man, meiner Meinung nach, erkennt, dass man „das Richtige“ gefunden hat.

Ich kann das Ganze jetzt natürlich nur auf Studium, Nebenjob und Hobby beziehen, weil ich vom „richtigen Berufsleben“ noch einige Semester entfernt bin. Wahrscheinlich gibt es auch kein allgemeingültiges Rezept, wie man seine Leidenschaft findet, sondern das ist von Mensch zu Mensch, von Branche zu Branche und von Situation zu Situation unterschiedlich. Aber vielleicht könnt ihr aus meinen Erfahrungen ja etwas für euch mitnehmen oder findet es einfach nur interessant, Geschichten von anderen zu lesen.  Der Post wird wahrscheinlich etwas länger, falls euch nur der Punkt „Wie erkenne ich, dass das was ich tue, das Richtige ist?“ interessiert, überspringt einfach bis zum Ende! 😉


Es sollte schon immer „irgendwas mit Medien“ sein.

Wie gesagt, mir war eigentlich immer, oder genauer gesagt seit meinem 10. Lebensjahr bewusst, wo ich später mal hin möchte: in die Medienbranche. Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen zu der die Neuen Medien angefangen haben, eine immer größere Rolle zu spielen: Ich habe die Entwicklung von einem PC auf dem man nur Paint und Pin Ball spielen kann (Leute, ich habe noch CD-Roms benutzt!) zu Laptops mit Internet miterlebt. Ich habe gesehen, wie sich die großen sozialen Netzwerke etabliert haben und um 20:15 mit der Familie vor dem Fernseher zu sitzen war Tradition. Mich hat diese Welt und die neuen Möglichkeiten, die sie bietet, total fasziniert – und ich wollte ein Teil davon werden.

Anfangs war mein Plan, Fernsehmoderatorin zu werden, weil das einfach das Medium war, was für mich am präsentesten war und ich immer schon Spaß an visuellen Medien hatte. Fotoshootings oder Werbespots drehen, stand schon in der Grundschule bei mir und meinen Freundinnen an der Tagesordnung. Nach einigen Jahren ist mir aber nach und nach bewusst geworden, wie wenige erfolgreiche Fernsehmoderatoren es gibt und wie gering meine Chancen (gerade mit luxemburgischen Akzent) da sind. Dann habe ich angefangen, mich für Print-Journalismus zu interessieren – allerdings habe ich nie, wie viele andere, von investigativem Journalismus, großen Enthüllungen und politischen Themen geträumt. Ich wollte schreiben und fotografieren, gerne auch über Themen, die unter dem Begriff „Lifestyle“ belächelt werden. Aus dem Grund, weil ich erstens noch nie leidenschaftliches Interesse an Politik hatte und zweitens, weil ich mich nicht 99% meines Arbeitsalltags mit negativen Themen auseinandersetzen möchte und diese den Lesern vermitteln möchte, was in den politischen Ressorts aber leider oft der Fall ist. (Nicht falsch verstehen, ich find’s super, dass es so viele Journalisten gibt, die sich gerade für diese Themen interessieren und teilweise für eine Recherche ihr Leben riskieren, weil ihnen die gesellschaftliche Funktion dieses Jobs so sehr bewusst ist.. aber das ist einfach nichts, wofür ich eine Leidenschaft entwickeln kann.) Den ganz genauen Plan, wo im Printbereich ich meine Zukunft sehe, hatte ich allerdings nicht.

Das Studium hat meinen Horizont erweitert und mir gezeigt, wonach ich in einem Job suche.

Ich habe dann nach meinem Abi angefangen, „Journalismus & Unternehmenskommunikation“ zu studieren. Ich wollte zwar in den Journalismus, aber gleichzeitig wollte ich mir keine Türen verschließen. Ich hatte nie die Vorstellung, mein Leben lang den gleichen Job auszuüben, wie das vielleicht noch bei unseren Eltern der Fall war. Nach dem Studium irgendwo anfangen zu arbeiten und da dann bis zur Rente bleiben? Ich glaube, das ist so ein GenerationY-Ding, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein einziger Job mich 40 Jahre lang erfüllt. Falls doch, lasse ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber das ist einfach nicht die Grundannahme, mit der ich ins Arbeitsleben gehe. Deswegen wollte ich etwas studieren, womit ich nachher im Medienbereich mehrere Möglichkeiten habe, was durch die Ambivalenz meines Studiums definitiv gegeben ist. Außerdem war mir die Praxisnähe des Studiums total wichtig – ich sehe die praktischen Aufgaben, Projekte, Exkursionen, Seminare, der Kontakt zu Medienleuten und auch das Praktikum als Chance möglichst viele Einblicke in die Medienbranche zu bekommen und so herauszufinden, wo ich wirklich hin möchte.

Bereits im ersten Jahr meines Studiums konnte ich super viele Bereiche des Journalismus und der Unternehmenskommunikation kennenlernen, was mir die Berufswahl nicht unbedingt leichter gemacht hat, weil es zu diesem Zeitpunkt 100 Jobs gibt, die ich gerne machen möchte. Wo mich mein Weg in 2 Jahren hinführt, ist mir immer noch nicht völlig klar, aber ich konnte herausfinden, wo ich nicht hinmöchte und was ein Job haben muss, damit ich darin aufgehe. Dass der tagesaktuelle Journalismus (im Sinne von Nachrichtenmeldungen usw.) nicht meine erste Wahl sein wird, hat sich nur bestätigt – genaue Vorgaben, stark begrenzte Wortzahlen und stures Abklappern der W-Fragen ist einfach nicht Meins (dann hätte ich auch Anwalt werden können…). Am Schreiben von Reportagen, Kommentaren, Glossen oder Portraits habe ich dafür aber umso mehr Spaß – also wenn Journalismus, dann sowas. Die Unternehmenskommunikation war am Anfang des Studiums nur so „nice to have“, hat sich dann aber immer mehr zu meinem Lieblingsbereich entwickelt. Aber auch hier gibt es Dinge, für die ich total brenne und andere auf die ich auch verzichten könnte. Das Verfassen von klassischen Pressemitteilungen ist für mich, ähnlich wie die Meldungen im Journalismus, irgendwie zu „unkreativ“. Die Konzeption von Kommunikationsstratgien oder die Kreation von Social Media Inhalten sind hingegen Aufgaben, bei denen ich total aufblühe. Ich bin gespannt auf den Rest meines Studiums und wie sich meine Vorstellung meiner Zukunft im Laufe der 2 Jahre, auch gerade nach dem Praktikum, verändern wird.

Social Media Managerin war nie ein Job, den ich so wirklich auf dem Schirm hatte… bis ich da irgendwie rein gestolpert bin.

Neben dem Studium konnte ich dann dieses Jahr auch meine ersten Joberfahrungen sammeln, die sehr viel dazu beigetragen haben, dass sich ein bestimmter Berufswunsch gefestigt hat. Ich habe angefangen, für zwei Unternehmen als Social Media Beraterin und Content Producerin zu arbeiten. Einmal ein Start-up im Fashionbereich und einmal ein  etabliertes Unternehmen in der Finanzbranche – also zwei sehr unterschiedliche Herausforderungen. Dieser Gedanke „ich würde gerne später was mit Social Media machen“ war schon länger in meinem Kopf – immerhin ist das ein Thema womit ich mich seit nun fast 10 Jahren auch privat beschäftige und gerade für Instagram hab ich seit mehreren Jahren eine kleine Obsession entwickelt. Allerdings kannte ich niemanden, der in der Branche gearbeitet hat und hatte auch keine wirkliche Vorstellung davon wie man damit sein Geld verdient. Durch die beiden Jobs konnte ich mein Bild von diesem Beruf konkretisieren und habe festgestellt, dass es eigentlich wie für mich gemacht ist. Social Media sehe ich irgendwie als Grenze zwischen Journalismus und Unternehmenskommunikation – redaktionelle Inhalte spielen eine wichtige Rolle und das Ganze ist neutraler als z.B Werbung, aber trotzdem mit der Intention ein Unternehmen zu vertreten. Social Media vereint das beste aus beiden Welten und ist für mich mittlerweile ein sehr interessantes Arbeitsfeld. Ich werde mein Praktikumssemester wahrscheinlich dafür nutzen, um herauszufinden, ob ich mir das längerfristig wirklich vorstellen kann.

Auf meinem Blog kann ich Persönliches und Medien Know How vereinen.

Auch hobbymäßig habe ich das Gefühl, endlich das Richtige für mich gefunden zu haben. Wie bereits in meinem Post über meinen Blog-Start erwähnt, wollte ich eigentlich schon immer bloggen, hab mich aber immer von meinem Perfektionismus und meiner Unentschlossenheit aufhalten lassen. Ich habe dann im September mit diesem Blog einen neuen Versuch gestartet und ich LIEBE es! Für mich ist das der perfekte Weg, um kreativ zu sein und Gedanken zu teilen. Schreiben, Fotografieren, Layouten, Promotion – alles Dinge womit ich mich stundenlang beschäftigen und alles um mich herum vergessen kann. Keine Themen- und Formvorgaben oder sonstige Einschränkungen – das ist wahrscheinlich das, was mir im klassischen Journalismus manchmal fehlt, aber ich hier finde. Ich verdiene mit dem Blog bisher keinen Cent und es steckt super viel Arbeit dahinter, aber trotzdem mache ich weiter, weil es mir total Spaß macht, und ich die Möglichkeit mich auf diese Weise mitzuteilen echt schätze. Das ist für mich irgendwie der Beweis, dass das das perfekte Hobby für mich ist – ich kenne mich, ich würde ansonsten nicht so viel Zeit, Energie und Liebe da rein investieren.


Natürlich bin ich längst nicht an einem Punkt angekommen wo ich zu 100% weiß, was ich in allen Lebensbereichen auf Dauer möchte (Kommt man da jemals an?), aber mit dem, was ich jetzt gerade mache bin ich happy und das sollte vorerst das Ziel sein. Es gibt ein paar Dinge, an denen ich erkenne, dass ich die Dinge die ich momentan mache, so weiter machen sollte…

Gründer Frank Thelen hat mal in einem Interview gesagt „Ich habe keine work life balance, ich habe ein Life“ und dieser Satz ist für mich momentan sehr relatable. Ich weiß nicht wo Arbeit anfängt und wo sie aufhört. Es gibt keinen Tag, an den ich nichts mache, was in irgendeiner Form entweder was mit meinem Studium, meinen Social Media Tätigkeiten oder meinem Blog zu tun hat. Schreiben, lesen, recherchieren, fotografieren, Konzepte entwerfen. Das sind Aspekte von sowohl Studium, als auch Job als auch Hobby – es gibt für mich keine Grenzen zwischen dem, was ich machen muss und dem, was ich freiwillig mache. Und ich glaube, das ist ein gutes Zeichen.

Die Assoziationen mit dem Begriff „Arbeit“ sind ja häufig (negativer) Stress, energieraubend, kein Spaß, Zwang, usw. Für mich ist Arbeit, allerdings nichts Negatives! Im Gegenteil, ich finde es eher komisch, nicht zu „arbeiten“ (was Arbeit ist und was nicht, darüber lässt sich streiten – meine Meinung dazu findet ihr HIER). Während ich fernsehe, arbeite ich entweder an meinem Blog oder fasse eine Vorlesung zusammen. Beim Kochen wird zwischen jedem Schritt ein Rezeptfoto gemacht. Beim Duschen überlege ich mir, worüber ich schreiben kann und wenn ich durch die Stadt laufe habe ich immer die Augen offen für gute Fotospots. Alle Aufgaben, die ich erledigen muss oder möchte, sind mittlerweile schon so in meinen Alltag integriert, dass ich sie mir gar nicht wegdenken kann.

Außerdem empfinde ich häufig wieder die Euphorie, die ich aus meiner Kindheit kenne, aus diesen Zeiten, wenn ich Baumhausprojekt starten oder eine Band gründen wollte. Diese positive Aufregung, die Freude, die Energie, wenn man morgens aufwacht und abends schlafen geht – die habe ich, seit ich studiere, blogge und aktiv Social Media betreibe so oft. Gerade wenn ich zum Beispiel ein neues Konzept für mein Instagramprofil einführen möchte, eine richtig gute Idee für einen etwas aufwendigeren Blogpost habe oder in einem Praxisprojekt für die Uni so richtig gefesselt bin. Für mich ist das ein absolutes Ziel, die kindliche Motivation als Erwachsene beizubehalten.


Danke für’s Lesen! 🙂

Ich denke, es gibt für jeden ideale Studiengänge/Ausbildungen, Hobbys und Jobs, man muss sie nur finden. Wichtig ist, dass man offen ist, viel ausprobiert, keine Angst hat etwas zu bereuen und mehr auf sich selbst anstatt auf andere hört.

Habt ihr eure Leidenschaft schon gefunden?

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