Meine Vorgehensweise bei Hausarbeiten

Am Anfang des Studiums waren Hausarbeiten dieses große Etwas, wovor man irgendwie Respekt hatte – komplexe Literatur wiedergeben, anständig argumentieren, richtig zitieren und das auf 10-20 Seiten. Mit der Zeit und der (unfreiwilligen) Übung merkt man aber, dass Hausarbeiten keine Zauberei sind und sie werden so normal, wie damals zu Schulzeiten die dialektische Erörterung. Hin und wieder kommt es trotzdem vor, dass man kein Thema findet, ein Thema hat, mit dem man nichts anfangen kann oder man in der ganzen Literatur förmlich versinkt. In genau solchen Situationen, in denen man nicht einfach mal 15 Seiten mit einem Fingerschnippen schreibt, ist es wichtig strukturiert vorzugehen. Hier meine Vorgehensweise und ein paar Tipps …


1. Frühzeitig anfangen

Ein Tipp, der wahrscheinlich jeder kennt, aber im Endeffekt doch niemand befolgt. Ich weiß, es gibt so auf-den-letzten-Drücker-Typen, die unter Druck besser arbeiten können – wobei ich mich aber frage, ob man diese Erklärung nicht nur benutzt um sich die Prokrastination schönzureden oder, weil man es einfach noch nie ausprobiert hat, viel früher anzufangen. Ich als „Frühanfänger“ kann euch nur raten, den Prozess der Recherche und des Schreibens so aufzuteilen, dass man theoretisch spätestens 2 Wochen vor Abgabe fertig wäre – man kann immer krank werden, man hat auch mal schlechte Tage und manchmal braucht man für Dinge mehr Zeit, als man denkt. Frühzeitig es Anfangen ist gut für die Qualität eurer Arbeit und auch für euer Stresslevel.

2. Thema aussuchen, das einem liegt

Wenn ihr euch ein Thema aussucht, achtet neben der Frage, ob das Thema relevant und interessant ist, auch darauf, ob es machbar ist. Manche Themen sind total spannend, aber vielleicht viel zu komplex um in der Zeit, die ihr dafür habt, analysiert zu werden.Macht euch das Leben nicht schwerer als es ist. Wenn ihr ein übergeordnetes Thema vorgegeben bekommt, fokussiert euch auf einen Teil, mit dem ihr was anfangen könnt, der euch interessiert und den ihr versteht – nicht auf den, der für andere am interessantesten sein könnte. Ich denke eine unschlüssige, lückenhafte Ausarbeitung eines super interessanten Themas ist bewertungstechnisch weniger Wert, als eine super Argumentation in einem mittelmäßig interessanten Thema.

Tipp: Am besten nutzt ihr bei der Themenwahl auch die Möglichkeit, euch mit eurem Dozenten auszutauschen – so geht ihr sicher, dass ihr auf dem richtigen Weg seid.

3. Andere Hausarbeiten als Inspiration

Etwas was ich immer mache, wenn ich ganz am Anfang einer Hausarbeit stehe, ist es, online nach wissenschaftlichen Arbeiten, die ein ähnliches Thema behandeln, zu suchen. Es gibt ganz viele Seiten, auf denen man für ein paar Euro ganze Hausarbeiten kaufen kann. Wenn ich bei einem Thema so gar nicht weiß, wie ich an die Sache rangehen soll, kaufe ich mir so eine. Natürlich nicht, um die zu kopieren, sondern vielmehr um mich inspirieren zu lassen, was die Gliederung und vor allem die Literatur angeht.

4. Literatur erst mal nur überfliegen

Nachdem ich mich für ein Thema entschieden habe, besorge ich mir die nötige Literatur. Anhand dieser überprüfe ich dann erst mal, ob ich überhaupt genug Informationen zu dem Aspekt, den ich untersuchen möchte, finde. Wenn das der Fall ist, überfliege ich die ganze, für mein Thema relevante, Literatur indem ich mir die (Zwischen-)Überschriften anschaue – diese geben oft Hinweise, darauf, wie man die Hausarbeit Strukturieren könnte.

Tipp: Ich arbeite besonders gerne mit Ebooks, weil man da die Möglichkeit hat, nach Begriffen, die relevant sind,  zu suchen – so erspart man sich viel Zeit und Arbeit.

5. Die Hausarbeit strukturieren

Wenn ich mir dann einen ausreichenden Überblick über Informationen zu meinem Thema verschafft habe, schreibe ich eine große Struktur auf. Das ist nicht unbedingt die genaue Gliederung, die die Hausarbeit am Ende auch hat – meistens schmeiße ich das während des Schreibprozesses noch mehrere Male um. So habe ich gleich einen Überblick, wie ich vorgehen möchte, und kann dann auch leichter einen Zeitplan aufstellen. Zur Gliederung schreibe ich auch gleich eine präzise Forschungsfrage, an der ich mich während des Schreibens orientiere.

Tipp: Wenn man sich die Tage an denen man einen bestimmten Teil der Hausarbeit schreiben möchte, wie Termine in den Kalender einträgt, kann das die Motivation steigern, sich auch wirklich an den Zeitplan zu halten.

6. Zitate rausschreiben

Ich gehe immer so vor, dass ich als ersten Schritt die wichtigste Literatur durchlese, und nebenbei alles was ich in der Hausarbeit haben möchte, abtippe – gleich unter das richtige (Unter-)Kapitel. Egal ob ich das später in eigenen Worten erkläre oder als direktes Zitat verwende, ich schreibe an dieser Stelle immer als wortwörtliches Zitat auf – umwandeln kann ich es später dann immer noch. Ganz wichtig ist es hier, dass man sich das Buch und die Seitenzahl dazu schreibt, so spart man nachher einiges an Zeit.

7. Hauptteil

Durch diese Vorarbeit ist der Hauptteil ein Kinderspiel. Jetzt bastele ich aus den einzelnen Zitaten einen fließenden Text, der sowohl aus direkten Zitaten als auch aus meinen eigenen Worten besteht. Anschließend verfasse ich nur noch, am Ende jedes Kapitels, 1-2 zusammenfassende Sätze die Rückschluss auf die Forschungsfrage nehmen und in denen das jeweilige Argument noch mal verdeutlicht wird.

8. Erst Fazit, dann Einleitung

Nach dem Fazit schreibe ich das Fazit, in dem ich das Ganze noch mal zusammenfasse und gegebenenfalls die Forschungsfrage beantworte oder einen Ausblick auf die Zukunft des Themas gehe. Erst danach schreibe ich die Einleitung – mir fällt es einfacher, zu erklären, worauf ich hinaus möchte, wenn ich schon weiß wie der Rest der Hausarbeit aussehen wird.

9. Rechtschreibung prüfen & gegenlesen lassen

Dieser Tipp ist ziemlich selbsterklärend und ich denke mal, dass das eh jeder macht, aber er gehört der Vollständigkeit halber hier hin.

10. Literaturverzeichnis und Zitate überprüfen

Der allerletzte Schritt, bevor ich die Hausarbeit abgebe, besteht darin, noch mal das Literaturverzeichnis und die Zitate zu überprüfen. Irgendwie hab ich dann doch immer Angst, unabsichtlich ein Plagiat zu begehen. Deswegen lese ich mir lieber einmal zu viel noch mal alles durch und checke ob im Text alles richtig zitiert ist und ob jedes Buch und jede Website, die ich verwendet habe, sich auch wirklich im Literaturverzeichnis befindet.


Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen Ersti die Angst vor der ersten Hausarbeit nehmen oder auch die „erfahrenen“ Studenten dazu motivieren, endlich mit der Hausarbeit die man schon ewig vor sich her schieb, anzufangen. 😀

2 Gedanken zu “Meine Vorgehensweise bei Hausarbeiten

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