Morgen– & Nachtmensch zugleich?

Vor ein paar Jahren noch wäre „Morgenmensch“ eine Bezeichnung gewesen, mit der ich mich überhaupt nicht identifizieren hätte können. Gerade in der Pubertät war frühes Aufstehen für mich nur mit negativen Assoziationen verbunden: Müdigkeit, Kälte, Dunkelheit, schlechte Laune. Ich war damals eher die Nachteule – erst wenn es dunkel wurde und alle andern geschlafen habe, hatte ich das Gefühl, so richtig produktiv sein zu können. Die Kreativität und Motivation, die mir morgens gefehlt hat, war plötzlich umso mehr da. Das war mit ein Grund, warum ich es zu Schulzeiten geliebt habe, Ferien zu haben – ich konnte bis spät in die Nacht mein Schulzeug erledigen und am nächsten Morgen dann auch bis zum Mittagessen ausschlafen. Mit der Zeit habe ich dann aber herausgefunden wie ich den Morgen für mich produktiv machen kann. Das hieß aber dann nicht, dass um 18 Uhr bei mir Feierabend ist. Mittlerweile würde ich sagen, ich bin Nacht- und Morgenmensch zugleich.
Zuerst muss man aber sagen, dass „Morgen“ und „Nacht“ Ansichtssache sind. Was für den einen schon Morgen ist, ist für den anderen noch mitten in der Nacht und was für den einen schon Nacht ist ist für den anderen noch Abend. Nun geht es darum, für sich herauszufinden, was der „Morgen“ ist, an dem man produktiv sein kann und was die „Nacht“ ist, die noch nicht fürs Schlafen beansprucht.
Für mich zum Beispiel ist meine produktive Phase morgens zwischen 8 und 11 und nachts zwischen 20 und 1 Uhr. Ich habe schon alle möglichen Zeiten ausprobiert, um zu lernen, Hausarbeiten zu schreiben, Blogposts zu verfassen, aufzuräumen oder sonstiges. Mit der Zeit konnte ich meine Produktivitätsphasen für mich herausfinden und habe somit auch festgestellt, dass ich lange Zeit eine meiner produktivsten Phasen verschlafen habe, weil ich dachte ich sei kein Morgenmensch.
Ich war damals aber nur kein Morgenmensch, weil ich meinen Schlafrhythmus absolut nicht unter Kontrolle hatte. Ich den Ferien kam es schon mal vor, dass ich bis 5 Uhr wach geblieben bin und zur Schulzeit musste ich so früh aufstehen, dass ich mich eigentlich noch in meiner Schlafphase befunden habe, wodurch ich frühes aufstehen immer mit negativen Gefühlen verbunden habe. In der Oberstufe hat sich das ganze dann etwas eingependelt, weil man es sich, durch das ganze lernen, nicht leisten konnte, bis um 12 zu schlafen. Jetzt im Studium habe ich den für mich perfekten Schlafrhythmus gefunden, weil man jetzt viel mehr Freiheiten hat, was die Gestaltung seines Tagesablaufs angeht. Um 8 klingelt mein Wecker und um 1 geh ich schlafen, so bekomme ich genug schlaf und kann trotzdem meine produktiven Phasen ausnutzen.

So gestalte ich mir die Morgen- & Abendstunden besonders angenehm

Tipps:

Morgens

  • Ich versuche immer was zu frühstücken, worauf ich mich bereits freue, wenn der Wecker klingelt. Nicht nur dass das eine zusätzliche Motivation ist, aufzustehen, sondern bekommt man dadurch auch gleich Energie. Ein Punkt, den ich früher oft vernachlässigt habe, aber wofür ich mir mittlerweile gerne die Zeit nehme.
  • Direkt nach dem Aufstehen wasche ich mein Gesicht mit kaltem Wasser, trinke ein komplettes Glas Wasser und lüfte die Wohnung durch. Diese 3 punkte gehören für mich zu jeder Morgenroutine, weil sie der Müdigkeit entgegenwirken und mich frisch in den Tag starten lassen.
  • Ich habe jeden Morgen bereits eine fertige to do liste da liegen. Es fällt mir viel leichter, produktiv zu sein, wenn ich klar sehe was zu tun ist und direkt loslegen kann als wenn ich erst noch Energie darein investieren muss erstmal alle meine Aufgaben zu sortieren.

Abends

  • Wenn ich Abends noch arbeiten möchte, lasse ich das große Licht an. Ich liebe Lichterketten und Kerzen, aber wenn ich wirklich produktiv sein möchte, lasse ich die Deckenleuchte an, weil ich durch das gedämmte Licht ansonsten viel schneller müde werde.
  • Ich dusche abends in einer „Produktivitätspause“. Das bringt den Kreislauf nochmal in Schwung und macht mich wieder ein bisschen wacher, wenn ich merke dass ich müde werde. Diesen Tipp habe ich besonders im Abi, wenn ich bis spät in die Nacht gelernt habe, angewendet.
  • Bequem aber nicht zu bequem. Als ich zur Schulzeit im Bett gelernt habe, habe ich es vermieden mich zuzudecken und auch jetzt auf der Couch, versuche ich mehr zu sitzen als zu liegen – so bleibe ich länger wach und konzentriert.

Hätte man meinem 13-jährigen Ich gesagt, dass ich mir mal an Tagen, an denen ich eigentlich ausschlafen könnte, einen Wecker zwischen 7 und 8 Uhr stellen werde, hätte ich wahrscheinlich nur den Kopf geschüttelt. Heute bin ich ganz froh, dass ich sowohl Abend- als auch Morgenstunden aktiv nutzen kann – so sind meine Tage gefühlt viel länger.


Seid ihr Morgen- oder Nachtmenschen? 🙂

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2 Gedanken zu “Morgen– & Nachtmensch zugleich?

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