„Es sind keine Ferien, es ist vorlesungsfreie Zeit.“ – Tipps für mehr Produktivität an freien Tagen

Ein Satz, den kein Student gerne hört. In der Schulzeit war man es gewohnt, in den Ferien die Schultasche größtenteils geschlossen zu lassen und sich ausschließlich aufs Nichts-tun und Freunde treffen zu konzentrieren – erst recht in den Sommerferien. Wenn man als Student geglaubt hat, Semesterferien würden genauso aussehen, hat man sich wahrscheinlich getäuscht. Aber solange man sich trotz allem eine gewisse Zeit zum Abschalten gibt, sollte man versuchen die „vorlesungsfreie Zeit“ wirklich als solche anstatt als Ferien anzusehen. Man wird wahrscheinlich nie wieder so lange freihaben, wie als Studenten und man sollte das auf jeden Fall nutzen – aber heißt „nutzen“ nichts tun? Vielleicht nutzt man diese Zeit auch am besten indem man versucht weiterzukommen. Diese Phase im Leben ist nämlich nicht nur durch eine große Freiheit, sondern auch durch endlose Möglichkeiten geprägt. Einem stehen alle Türen offen, man muss nur etwas tun. Was fühlt sich besser an – nach 6 Wochen sagen zu können, dass man 42 Tage gar nichts gemacht hat und total ausgeruht ist, oder sagen zu können, dass man seinen Zielen ein Stückchen näher ist?

Ich habe mir vor meinen Semesterferien, die letzte Woche gestartet haben, eine Liste mit Dingen geschrieben, die ich bis zum Ende der 6 Wochen gemacht, abgehakt oder erreicht haben möchte. Das sind sowohl Aufgaben für die Uni , um die ich so oder so nicht rumkomme, als auch persönliche, freiwillige Ziele. Beispielsweise stehen auf dieser Liste folgende Dinge:

  • Meine beiden Hausaufgaben mindestens 3 Wochen vor Ende der Abgabefrist abgeben, damit ich mindestens 4 Wochen habe, an denen ich nichts für die Uni mache.
  • Nächstes Semester Planen – z.B. welches Wochenende ich wo verbringe, was meine Ziele für das Semester sind, usw.
  • Meinen Blog etwas umgestalten und ein paar Beiträge als Puffer für das kommende Semester vorproduzieren.
  • Anfangen ein Konzept für das Kinderbuch, das ich schreiben und illustrieren möchte, zu erstellen. Bis Mitte März möchte ich wissen, wie die Protagonistin aussehen soll.
  • Neue Cover für meine Instagramhighlights gestalten.
  • Einen Instagram-Account für meinen Blog erstellen.
  • Erste Bewerbungen für mein Praktikum im Wintersemester abschicken.
  • Ein neues Bullet Journal kaufen, anfangen das Set Up zu malen und Lettering üben.
  • Mindestens zwei Bücher lesen/hören.

Ich möchte die Ferien für die Dinge nutzen, die während des Semesters zu Kurz gekommen sind, oder bei denen ich das Gefühl habe, ich möchte sie erledigen um besser in das nächste Semester starten zu können. Ich finde es wichtig, mir diese Dinge aufzuschreiben und dann anschließend abhaken zu können, weil ich so konkrete Aufgaben habe und nicht einfach 6 Wochen lang in den Tag hineinlebe ohne am Ende irgendwas geschafft zu haben. Folgende Dinge helfen mir dabei, Struktur in die eigentlich so unstrukturierten freien Tage zu bringen:

  • Ich stelle mir jeden Tag um die gleiche Uhrzeit einen Wecker – eigentlich um 8 Uhr, schlummern bis halb 9 ist aber erlaubt.
  • Ich versuche morgens immer die gleiche Routine zu haben und da keine Zeitfresser, wie Fernsehen oder Youtube, einzubauen. Ich frühstücke, mache mich fertig und dann setz ich mich an den Laptop und arbeite die ersten To Dos ab.
  • Jeden Tag 3 To Dos, die auf jeden Fall erledigt werden müssen. Ich versuche meine To Do Liste in den „Ferien“, die keine sind, weniger vollzupacken als normalerweise, sondern meine Aufgaben über den doch relativ langen Zeitraum von 6 Wochen gut zu verteilen.
  • Clear Space, Clear mind. Ich neige, wenn ich Zuhause in meinem Kinderzimmer bin, dazu ein Chaos zu veranstalten, was es in der Form in meiner Wohnung in Köln eigentlich nicht gibt – irgendwas an diesem Zimmer macht, dass ich es einfach nicht ordentlich halten kann. Ich versuche dem etwas entgegenzuwirken, weil ich weiß, dass je unordentlicher mein Zimmer wird, desto unproduktiver werde ich.
  • Zwischendurch soll es Tage geben, die dann doch richtige Ferien sind. Tage an denen man was mit Freunden macht, Essen geht oder sonst was, ohne irgendwie produktiv zu sein, sind hin und wieder auch nicht schlecht.

Ich kann mir vorstellen, dass einige Studenten diesen Beitrag lesen und nicht  verstehen, wieso ich mir zusätzlich zu den Uni-Abgaben freiwillig Aufgaben auferlege. Das hängt wahrscheinlich einfach damit zusammen, dass ich ein Mensch bin, der nicht vom Nichtstun glücklich wird. In der Klausurenphase denke ich zwar öfters mal „ach wie schön wäre es, den ganzen Tag vorm Fernseher zu liegen“ – wenn es dann aber soweit ist, ist das 1-2 Tage ganz schön, aber danach merke ich, wie dieses Nichts-tun mir jegliche Energie und Motivation entzieht. Ich brauche eine Aufgabe, ich brauche das Gefühl Morgens aufzustehen, zu wissen was zu tun ist und Abends mit dem Gefühl, etwas geschafft zu haben einzuschlafen. Außerdem sind das alles Dinge, die mir Spaß machen und das würde ich dem faulen Rumliegen immer vorziehen.

Wie ist das bei euch – sind eure Ferien solche Ferien, wie man sie sich im klassischen Sinne vorstellt oder habt ihr auch Ziele, die ihr in eurer freien Zeit erreichen wollt?

 

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3 Gedanken zu “„Es sind keine Ferien, es ist vorlesungsfreie Zeit.“ – Tipps für mehr Produktivität an freien Tagen

  1. mamiexmachina schreibt:

    Mein Studium habe ich vor einem Jahr abgeschlossen, aber davor habe ich die Ferien auch genutzt, um Arbeiten zu schreiben oder für Praktika. Meist habe ich auch ein paar Prüfungen in den Ferien abgelegt. Ich denke, man kann auch dann sehr produktiv sein. Und wie du gesagt hast, es muss auch mal Zeit für die Dinge sein, die unterm Semester vielleicht zu kurz kommen.
    Liebe Grüße, Simone

    Gefällt 1 Person

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