Warum „irgendwas mit Medien“ ein absolut legitimer Berufswunsch ist

„Irgendwas mit Medien“ ist mittlerweile ein so etablierter Berufswunsch, dass immer mehr Hochschulen diese Phrase zu Werbezwecken nutzen. Gleichzeitig ist die Frage „ach, du studierst irgendwas mit Medien“ auch immer irgendwie negativ konnotiert. Noch vor wenigen Monaten  habe ich auf Instagram, von einer unbekannten (anonymen – was auch sonst) Person eine Direktnachricht bekommen, die in etwa die Aussage „Du studierst irgendwas mit Medien? Wir sehen uns dann in paar Jahren bei Mecces an der Kasse.“ beinhaltet hat. Ein paar sarkastische Nachrichten später war das Problem dann gelöst und ich bin auch nicht der Typ Mensch, der sich von sowas verunsichern lässt. Trotzdem finde ich es schade, dass diese Branche immer noch belächelt wird, obwohl das die Berufe sind, die in Zukunft immer wichtiger sein werden.

Immer diese Vorurteile…

Nur weil etwas im Trend ist, heißt das nicht, dass es automatisch schlecht ist. Das ist aber leider im Kopf von vielen Menschen verankert – egal ob bei Kleidung, Tattoos, Frisuren oder eben auch Studiengängen – alles was viele haben wird belächelt. Es wird immer gleich davon ausgegangen, dass diese Leute etwas nur aus Gruppenzwang und dem Wunsch, dazuzugehören oder cool zu sein machen. Die Möglichkeit, dass es Leute gibt, die sich unabhängig von anderen für etwas entscheiden, was eben zufällig gerade im Trend ist, wird komplett ausgeschlossen. Es gibt Leute, die Balenciaga Schuhe tragen, ein Infinity-Zeichen tätowiert haben oder eben auch „irgendwas mit Medien“ studieren möchten, nicht weil sie cool sein wollen, sondern weil sie Bock drauf haben. Natürlich gibt es auch die von der anderen Sorte, aber alle in einen Topf zu schmeißen ist nicht fair gegenüber denen, die wirklich für etwas brennen.  Nicht jeder der BWL studiert tut das, weil er nicht wusste was, er studieren soll, nicht jeder Jurist hat sich für dieses Studium entschieden, um gut angesehen zu werden und im Geld zu schwimmen und genau so möchte nicht jeder der „irgendwas mit Medien“ studiert um jeden Preis fame werden.

Dieser Berufswunsch ergibt total Sinn…

„Wenn man wirklich für diese Branche brennt, dann möchte man nicht ‚Irgendwas mit Medien‘ studieren, sondern weiß genau wo man hin möchte.“ Nein. Die Medienbranche ist so schnelllebig und die verschiedenen Bereiche fließen immer mehr ineinander, sodass es total sinnvoll ist, sich nicht auf eine bestimmte Tätigkeit zu beschränken. Darüber hinaus sind die Studiengänge auch meistens relativ breit gefächert, sodass man nicht bereits vor dem Studium eine ganz genaue Vorstellung davon haben muss, in welcher Position man später arbeiten möchte.

Nicht „irgendwas mit Medien“ sondern „das Richtige mit Medien“…

Natürlich gibt es Unterschiede in den verschiedenen Studiengängen und man sollte nicht alle in einen Topf werfen und sich blind für einen entscheiden. Einerseits gibt es den Bereich „Medien- und Kommunikationswissenschaften“, bei dem die theoretischen Konzepte im Vordergrund stehen. Darüber hinaus gibt es auch BWL-lastigere Studiengänge wie z.B Medienmanagement oder die Medienforschung, bei der es vorwiegend um die wissenschaftliche Analyse von Medien geht. Damit ist die Liste aber noch lange nicht vollständig. Auch wenn an dem Wunsch, „irgendwas mit Medien“ machen zu wollen, nichts verwerflich ist und einem mit den meisten Studiengängen im Endeffekt viele verschiedene Berufsmöglichkeiten zur Auswahl stehen, sollte man sich ausreichend informieren, bevor man übereifrige Entscheidungen trifft. Nur weil man Spaß an Medien hat, wird einem nicht automatisch jedes Studium in dem Bereich zusagen. Ich kenne Leute, die mit „Medien- und Kommunikationswissenschaften“ angefangen haben und dann gemerkt haben, dass es ihnen zu theoretisch ist und jetzt mit mir „Journalismus und Unternehmenskommunikation“ studieren und damit wesentlich zufriedener sind – ein Umweg, den man sich durch ausreichende Information über die Studienangebote hätte sparen können.

Ein Beruf mit Zukunft.

Meiner Meinung nach, ist „irgendwas mit Medien“ ein absolut legitimer Berufswunsch. Das heißt nicht, dass man sich blind in irgendein medienbezogenes Studium stürzen sollte, sondern dass man, wenn man Interesse an Medien hat, dem nachgehen sollte. Man sollte sich informieren und sichergehen, dass man sich nicht vom Trend, sondern seiner Passion leiten lässt. Wenn man darauf achtet, steht einem ein Berufsfeld bevor, das sehr inspirierend, kreativ, erfüllend und zukunftsweisend sein kann. Medienstudiengänge sind nun schon seit über 10 Jahren sehr angefragt und trotzdem werden in dieser Branche immer noch junge, motivierte Leute gebraucht. Wenn du dafür brennst, dann lass die nicht von abwertenden Kommentaren oder der Angst, in der Masse unterzugehen, davon abhalten.

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