Meine Online-Identitätskrise

Es klingt dramatischer, als es ist. Vielleicht suche ich nach einem Problem, wo keines ist und vielleicht gibt es tausende Dinge, in die ich meine Zeit besser investieren könnte. Aber mein Social Media Auftritt ist mir irgendwie wichtig. Instagram ist etwas, was ich seit Jahren als eines meiner größten Hobbys ansehe. Ich liebe diese App, Fotografie und Bildbearbeitung. Mein Profil ist mein kreatives Outlet und meine digitale Visitenkarte. Doch seit einigen Monaten stecke ich in einer Online-Identitätskrise.

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Den Stein ins Rollen gebracht hat die Tatsache, dass meine Interaktionen und Reichweiten nach und nach immer weniger wurden. Im Moment sehen nicht mal mehr 1/5 meiner Follower das was ich poste. Egal wie viel Liebe in einem Bild steckt – der Algorithmus verschluckt es. Und natürlich interessieren einen die Likes und man möchte Reaktionen auf seine Inhalte – ich glaube, niemand, der viel Zeit in seinen Instagram Account steckt, kann etwas anderes behaupten. Mit den Statistiken ist auch meine Motivation gesunken.

Hinzu kam, dass ich ungefähr zur gleichen Zeit meinen Blog gestartet habe. Hier habe ich dieses Gefühl, was ich vor zirka einem Jahr auch noch auf Instagram hatte – die Euphorie jedes Mal wenn man was postet, die Freude über jegliche Reaktionen darauf. Ich habe immer mehr Zeit in den Blog und weniger Zeit in Instagram gesteckt. Hier hatte ich das Gefühl, mehr Kontrolle zu haben – keine Algorithmen, keine inaktiven Follower, einfach ein Neuanfang.

Die Tatsache, dass ich mit meinem Profil unzufrieden wurde ist aber nicht nur meiner geringen Reichweite, sondern auch der Art meiner Inhalte geschuldet. Ich habe angefangen zu hinterfragen, welche Message ich eigentlich mit meinem Feed in die Welt tragen möchte. Ich wollte immer positive Vibes verbreiten und die schönen Seiten der des Lebens zeigen. Ich habe aber gemerkt, dass meine Postings teilweise nicht wirklich Inhalt hatten. Und genau das ist der Punkt, an dem ich ansetzten möchte. Ich bin mir nämlich relativ sicher, dass je mehr ich hinter den Bildern, die ich poste, stehe, desto weniger Wert lege ich darauf, wie sie ankommen.

Ich habe mir vorgenommen mich 2019 an keine Uploadpläne zu halten, sondern dann ein Bild hochzuladen, wenn mir gerade danach ist – egal ob das um 10 oder um 23 Uhr ist, egal ob ich in der Woche schon 5 oder seit 2 Wochen gar kein Bild hochgeladen habe. Das Ganze soll persönlicher werden – ich möchte wieder mehr Stories machen und unter die Fotos öfter mal eigene Texte schreiben. Die Bilder sollen Geschichten erzählen und mir in ein paar Jahren eine Reise in die Vergangenheit ermöglichen. Ich möchte teilen, welche Bücher oder Musik ich höre, welche Zitate oder Menschen mich inspirieren, wo ich gerade bin und was mich gerade beschäftigt. Ich möchte anfangen Instagram wieder so zu nutzen, wie es ursprünglich gedacht war – als digitales, inspirierendes Fotoalbum, nicht als Battle um Likes.

Bei den Bildern, die ich in diesem Jahr bereits gepostet habe, habe ich auf diese Dinge geachtet. Und ich muss sagen – meine Euphorie für diese App ist wieder da. Ich hatte bei jedem Foto, was ich gepostet habe, ein gutes Gefühl, auch wenn die Reichweite noch so gering war. Ich bin gespannt, wie sich mein Profil in den nächsten Monaten entwickeln wird und freue mich auf ein kreatives, authentisches und inspiriertes 2019. Der Sinn von diesem Blogpost? Zum einen hilft das Schreiben mir dabei meine Gedanken zu strukturieren und zum anderen glaube ich, dass ich nicht die einzige bin, die mit Instagram hin und wieder ihre Probleme hat. Was ich euch mitgeben kann, ist erstens, hinterfragt regelmäßig euren Content und zweitens postet leidenschaft- statt reichweitenorientiert.

 

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3 Gedanken zu “Meine Online-Identitätskrise

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