Bewussteres Shoppen – Weniger Fehlkäufe

Wie in meinem Beitrag über Nachhaltigkeit erwähnt, versuche ich in letzter Zeit weniger, bzw. einfach bewusster zu kaufen – das tut sowohl dem Geldbeutel als auch dem Planeten ganz gut. Während ich früher relativ oft Impulskäufe getätigt habe, die sich später als unnötig herausgestellt habe, denke ich jetzt beim shoppen viel mehr nach, was dazu führt, dass ich zwar weniger besitze, aber an dem, was in meinem Kleiderschrank hängt, mehr Spaß habe. Ich kann nur jedem empfehlen, sich etwas intensiver mit seinem Kaufverhalten auseinander zu setzen. Als kleine Starthilfe teile ich hier die Fragen mit euch, die ich mir selber stelle, bevor ich etwas kaufe.


Stimmt das Preis-Leistungsverhältnis?

Hier vergleiche ich den Preis des Kleidungsstückes mit dem Nutzen, den es mir bringt. Für Dinge, bei denen ich weiß, dass ich sie häufig trage (wie z.B. schwarze Jeans, eine Leder- oder Jeansjacke oder auch Schuhe) bin ich bereit mehr auszugeben als für „besondere“ Teile (wie z.B. ein Kleid oder ein auffälliges Top). Diese Frage führt dazu, dass ich weniger Geld ausgebe und im Endeffekt auch weniger kaufe, weil ich dann doch häufig feststelle, dass es sich nicht lohnt.

Habe ich ein ähnliches Teil Zuhause?

Um diese Frage beantworten zu können, ist es wichtig, dass man weiß, was sich in seinem Kleiderschrank befindet – deshalb würde ich empfehlen, diesen jede Saison auszumisten. Ich bin längst an einem Punkt angekommen, an dem ich Klamotten nicht kaufe, weil ich sie brauche, um etwas zum Anziehen zu haben, sondern weil ich Spaß an Mode habe und die Abwechslung irgendwie brauche. Aus diesem Grund, versuche ich es zu vermeiden, dass sich (besonders Oberteile) stark ähneln, weil mir dieser Abwechslungseffekt dann einfach fehlt und ich nicht viel von dem Kauf habe.

Gefällt mir das auch noch in einem halben Jahr?

Ja, ich mag es herumzuexperimentieren und kaufe deswegen auch hin und wieder etwas, was eher untypisch für mich ist, einfach um herauszufinden, ob es mir gefällt. Ich versuche solche Käufe allerdings zu minimieren, um nicht das Risiko einzugehen, dass die Teile später ungetragen in meinem Schrank hängen. Mit der Zeit lernt man, was einem steht und worin man sich wohlfühlt, und an diesen Dingen sollte man festhalten, wenn man weniger kaufen möchte.

Habe ich einen Anlass, um das zu tragen?

Man braucht keinen Skianzug im Sommer, kein Business-Outfit in der Schule, kein Ballkleid im Alltag und keine Sportkleidung, wenn man keinen Sport macht. Ein Kleidungsstück kann noch so schön sein, wenn man keinen Anlass hat, zu dem man das tragen kann, lohnt sich der Kauf nicht. So Gedanken wie „irgendwann wird der Anlass schon kommen“, sollte man versuchen zu verbannen.

Ist es perfekt?

Gerade wenn man auf der Suche nach etwas bestimmtem ist und man nicht fündig wird, neigt man irgendwann dazu, das erstbeste zu nehmen, obwohl es nicht dem entspricht, was man sich vorgestellt hatte. Sowas sollte man vermeiden, da dabei häufig das Risiko besteht, dass man es im Endeffekt nicht trägt oder man irgendwann doch die perfektere Version findet und den Kauf dann bereut. Lieber etwas länger suchen und dann wirklich zufrieden sein.

Hätte ich das auch gekauft, wenn es nicht reduziert gewesen wäre?

Die Sale-Abteilung ist der größte Feind beim bewussten Shoppen. Irgendwie hat man immer das Bedürfnis zu viel wie möglich zu sparen und vergisst dabei, dass man mehr spart, wenn man nichts kauft.

Passt das mir überhaupt?

Ich hasse es, Klamotten im Laden anzuprobieren – das ist für mich richtiger Sport, ich find das so anstrengend. Trotzdem habe ich mir angewöhnt, mich dann noch in die Ankleidekabine zu zwingen, wenn ich mir bei einem Teil nicht zu 100% sicher bin, dass es mir passt und steht.


Wenn ihr ein Kleidungsstück in der Hand haltet und jede dieser Fragen mit „ja“ beantworten könnt, habt ihr die offizielle Erlaubnis, es zu kaufen 😉

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6 Gedanken zu “Bewussteres Shoppen – Weniger Fehlkäufe

  1. Kerstin B. schreibt:

    Sehr gute Ansätze zu einem, aus meiner Sicht, nicht unwichtigen Thema. Viel mehr Menschen sollten sich mal mit ihrem Kaufverhalten auseinandersetzen. Da hätte ich auch Beispiele in meiner eigenen Familie 😉
    Ich selbst habe kurz vor Ostern mal meinen Schrank ausgemistet (https://liwoba.blog/2019/03/30/wenn-der-kleiderschrank-mal-wieder-ausgemistet-werden-muss-so-gehts/) und hoffe, dass jetzt nur noch Teil darin landen, die ich wirklich und auch langfristig mag.
    LG Kerstin

    Gefällt 1 Person

  2. landartrostock schreibt:

    Gute Liste von Fragen, die man sich im Laden stellen kann. Ich frage mich meist noch, ob ich etwas im Schrank habe, das ich damit kombinieren kann.
    „Habe ich einen Anlass, um das zu tragen?“ sollte ich mich öfter fragen. Es gibt ein festliches Kleid, dass ich sehr mag und noch nie getragen habe. Ich dachte, vielleicht trage ich es auf einer Hochzeit oder wenn ich mal ins Theater gehe. Ich war in den letzten zehn Jahren nicht ein einziges Mal im Theater. 😀
    Aber vielleicht bekomme ich mal eine Einladung zu einer Hochzeit. 😉

    Gefällt 1 Person

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