Haare färben als Teenie – ob das eine gute Idee ist?

Ich war 16, als ich zum ersten Mal zum Friseur ging, um mir meine Haare färben zu lassen. Damals war mir nicht bewusst, dass ich, wenn ich bis einmal damit anfange, immer wieder das Bedürfnis haben werde etwas Neues auszuprobieren. Und jetzt sitze ich hier, 5 Jahre und zirka 20 Haarfarben später und möchte euch meine Meinung zu dem Thema erzählen – vielleicht ist jemand von euch  gerade kurz davor sich zum ersten Mal von seiner Naturhaarfarbe zu trennen oder hat vielleicht sogar die Diskussion mit ihrer Tochter, welche unbedingt rote Haare möchte.

Meine Story

Mein erstes Mal Haare färben sollte ein Ombre, also blonde Spitzen werden – das habe ich damals bei einem Friseur machen lassen. Nach wenigen Monaten war ich davon dann aber gelangweilt und habe mich gefragt, wie ich wohl mit dunkelbraunen Haaren aussehe. Ich hatte auf Youtube gesehen, dass man sich die Haare auch ganz einfach zu Hause färben kann, was für mich als Mensch, der überhaupt nicht gerne zum Friseur geht, optimal war. Also kaufte ich mir eine Intensivtönung, die ich ohne Plan auf meinem Kopf verteilte. Erstaunlicherweise sah das gar nicht mal so schlecht aus – die Farbe war aber auch nur wenige Nuancen dunkler als meine Naturhaarfarbe. Die Katastrophe nahm erst ihren Lauf, als diese Farbe ein paar Wochen später ausgewaschen war und ich mit einem anderen Braunton drüber gefärbt habe. Ich hatte mich für ein Braun mit rotem Schimmer entschieden, was in der Sonne schlussendlich aber einfach nur ein Knallrot war. Dieses Rot passte weder zu meinem hellen Hautton noch zu meinen blauen Augen und meine Pickel wurden dadurch irgendwie noch mehr hervorgehoben. Ich wollte die Wärme in meinen Haaren irgendwie loswerden und find also an immer dunkler drüber zu färben, bis aus einem dunklen braun plötzlich schwarz wurde. Ich bin nicht der Typ für schwarze Haare und der Rotschimmer war übrigens immer noch da. Irgendwann bin ich dann zum Friseur um das irgendwie retten zu lassen. Viele Stunden, Geldscheine und Blondierungen später waren meine Haare dann wieder braun, oder nennen wir es eher Orange. Bei jedem einzelnen Friseurbesuch habe ich betont, dass ich den Rot-stich loswerden möchte, aber nö, war wohl nicht möglich. So bin ich dann mit orangen, kaputten Haaren rumgelaufen und meine Jugendsünde einfach durchgestanden. Mit 19 habe ich sie dann auf Schlüsselbein-Höhe abschneiden lassen und nochmal blondieren lassen. Dann waren sie Gelb.

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Ich hab leider nicht mehr von jeder Farbe Fotos und die Farben kommen hier auch glaub ich nicht zu 100% so rüber wie in Wirklichkeit, aber besser als gar keine Fotos 😀 (mein Gesicht auf dem letzten Bild konnte ich keinem zumuten lol)

Die Moral von der Geschicht‘

  • Einmal rot, immer rot. Es gibt Leuten, denen stehen warme Haarfarben super gut, aber ich gehöre da nicht dazu. Deswegen kann ich jedem, der rote Pigmente auf seine Haare ballern möchte, nur empfehlen sich das lieber 10 mal zu überlegen, ob man wirklich der Typ dafür ist.
  • Grundsätzlich spricht nichts dagegen, sich die Haare selber Zuhause zu färben, aber man sollte nicht übermütig werden.
  • „Dunkel Braun“ ist ganz oft schwarz. Wenn man sich zwischen zwei Haarfarben nicht entscheiden kann, würde ich immer die hellere nehmen. Notfalls kann man sie immer noch dunkler färben – heller ist wesentlich schwieriger.
  • Haare wachsen nach. Mittlerweile gehen mir meine Haare wieder bis zur Brust – der untere Teil ist zwar noch blondiert und kaputt, aber meine Naturhaarfarbe wächst nach und ist jetzt schon fast auf Schulterhöhe.

Würde ich es wieder machen?

Ja. Ich bin froh, dass ich in diesen 5 Jahren die Möglichkeit hatte, mit Haarfarben herumzuexperimentieren. Ich bin so jemand, der Abwechslung braucht – mein Alltags-Make-Up ändert sich alle paar Wochen, ich hasse es, zweimal innerhalb kurzer Zeit ein gleiches Outfit anzuziehen und früher hab ich die Möbel in meinem Zimmer ständig herumgeschoben. Früher oder später hätte ich mich gefragt, wie ich mit schwarzen oder blonden Haaren aussehe oder ob ein wärmerer Braunton mir stehen würde. Ich bin ganz glücklich darüber, dass ich diese experimentelle Phase in einem Alter hatte, in dem jeder irgendwie in der Selbstfindungsphase ist und es quasi normal ist, hin und wieder etwas merkwürdig auszusehen. Hätte ich es damals nicht gemacht, würde ich es wahrscheinlich jetzt machen und könnte mit dem Schneewittchen- oder dem Fuchs-Look zu Vorstellungsgesprächen oder sonstigen Anlässen, wo man halbwegs ordentlich aussehen sollte – dann lieber zu Schulzeiten. Aus diesem Grund bin ich absolut pro Haare-färben im Teenager-Alter – diese Zeit ist dazu da, um sich auszuprobieren… und Fehler zu machen. Also tut das bzw. erlaubt es euren Kindern! (Aber Vorsicht mit schwarz und rot lol)

 

Ein Gedanke zu “Haare färben als Teenie – ob das eine gute Idee ist?

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