Lernen auch mal nichts zu tun – 5 Tipps für Phasen mit ungewohnt viel Freizeit

Ich mag Arbeit. Ich mag es, viel zu tun zu haben. Eine volle To Do Liste motiviert mich. Ich liebe den positiven Stress, wenn ich mitten in einem Projekt stecke, welches mich herausfordert. In Phasen, in denen ich super busy bin, träume ich zwar von Tagen, die ich einfach nichts tuend auf dem Sofa verbringen kann, aber sobald diese dann sind, merk ich, dass das doch irgendwie nicht das Wahre ist. Wenn ich von anderen Leuten umgeben bin, fällt es mir total leicht, mir diese Pause zu gönnen, aber sobald ich einen Tag alleine in meiner Wohnung verbringe, habe ich manchmal das Gefühl, jede Sekunde davon für einen produktiven Zweck ausnutzen zu müssen.

Letztes Semester hat mit einer Klausurenphase und dem gleichzeitigem Schreiben von zwei Hausarbeiten geendet, wobei ich mir einerseits gewünscht habe, dass es endlich vorbei ist, aber andererseits war ich auch richtig on fire. Dieses Semester hingegen beginnt, mit ein paar Wochen, in denen eigentlich kaum was zu tun ist. An diese Umstellung musste ich mich erst mal gewöhnen, denn ich kann eigentlich gar nicht so gut nichts tun. Jeder der das hier liest und nicht irgendwo einen kleinen Workaholic in sich schlummern hat, versteht gerade die Welt nicht mehr, aber ja, ich musste auf eine gewisse Weise lernen unproduktiv zu sein.


Suche dir ein gesundes Maß an Arbeit

Ich bin der festen Überzeugung, dass absolutes Nichtstun über einen längeren Zeitraum auf keinen Fall der Schlüssel zum Glück ist. (Da spricht der kleine Faust in mir, der stirbt, sobald er aufhört zu streben.) Aus diesem Grund suche ich mir Arbeit, wenn ich zu keiner verpflichtet bin. So habe ich die freie Zeit genutzt, um ganz viele Blogbeiträge zu schreiben, habe mich um Kooperationspartner gekümmert, für meinen Nebenjob als Social-Media-Beraterin etwas vorgearbeitet und einen Frühlingsputz veranstaltet. Ich bin nie abends ins Bett gegangen mit dem Gefühl, an dem Tag absolut gar nichts geschafft zu haben, und das ist, finde ich, echt wichtig.

Plane die nächsten Monate durch

Das was mich so oft vom Nichtstun abhält, ist das Bedürfnis auf alles vorbereitet zu sein. Ich versuche manchmal intuitiv dem Leben 10 Schritte voraus zu sein, indem ich alles was kommt vorbereite und ständig am Machen und Tun bin, damit sich nichts anhäuft. Die Planung in meinem Bullet Journal hilft mir dabei, mich zu vergewissern, dass ich alles im Griff habe und mir die Freizeit guten Gewissens gönnen kann.

Lerne durch Unterhaltung

Medienkonsum spielt auch hier eine ganz wichtige Rolle, denn ich denke, das ist für die meisten von uns der naheliegendste Zeitvertreib. Ich habe gemerkt, dass ich beim Unproduktivsein ein viel besseres Gefühl habe, wenn ich mir etwas anschaue, höre oder durchlese, woraus ich irgendwas mitnehmen kann. Auch wenn man dabei seinen Kopf vielleicht minimal mehr anstrengen muss – ein Nachmittag vor einer Doku gibt mir ein viel besseres Gefühl als einer vor „Blaulicht Report“ oder ähnlichem.

Entwickle Routinen

Ich habe am Tag zwei produktive Phasen: morgens und abends/nachts. Wenn ich allerdings nicht sonderlich viel zu tun habe, muss ich nicht beide ausnutzen. Aus diesem Grund habe ich mir in den vergangenen Wochen angewöhnt, bereits vor dem Abendessen alle To Dos abgehakt zu haben und den Abend der puren Entspannung zu widmen. Nach dem Essen mache ich noch schnell den Abwasch und sorge dafür, dass meine Wohnung ordentlich ist – währenddessen höre ich sehr gerne einen Podcast oder ein Hörbuch. Anschließend gehe ich meistens noch etwas spazieren. Wieder Zuhause angekommen, dusche ich dann entspannt, mache mir einen Tee und mache das worauf ich in dem Moment Lust habe – das kann Fernsehschauen, Backen, Tagebuch schreiben oder sonst was sein – aber der Laptop bleibt zugeklappt.

Beginne etwas Neues

In Phasen, in denen ich nicht an einer größeren Aufgabe arbeite, fehlt mir manchmal dieses „Excitement“, das ich empfinde, wenn ich Fortschritte sehe und dem Ziel immer näher komme. Ein ähnlich gutes, vielleicht sogar besseres, Gefühl gibt es mir, wenn ich anfange, mich mit neuen Dingen beschäftige. So habe ich in den vergangenen Wochen angefangen Tagebuch zu schreiben, mich mit der veganen Ernährung auseinanderzusetzen und Meditation und Yoga auszuprobieren.


Die erste Woche dieses Semesters dachte ich mir schon hin und wieder „irgendwas ist komisch“ oder „irgendwas fehlt“, weil ich einfach nicht so in Action war wie sonst. Allerdings habe ich mich da ganz schnell dran gewöhnt und bin mittlerweile echt gut darin nichts zu tun und genieße das gerade total … sollte ich auch, denn wahrscheinlich ist es nur die Ruhe vor dem Sturm. 😀

Mir ist bewusst, dass das Problem, zu wenig zu tun zu haben, keines ist, das in der heutigen Gesellschaft sehr weit verbreitet ist. Aber vielleicht kann ich die, die gerade in einer stressigen Phase stecken dazu motivieren, zu erkennen, dass es eigentlich etwas Schönes ist, eine richtige Aufgabe und Herausforderung zu haben – vorausgesetzt man hat Spaß an dem, was man tut. Außerdem ist es auch in Zeiten, in denen man viel zu tun hat (besonders dann) wichtig, dass man lernt abzuschalten und guten Gewissens nichts zu tun – wobei einige der Tipps vielleicht auch helfen können. Die wenigen anderen, die gerade auch ungewohnt viel Freizeit haben möchte ich dazu inspirieren diese zu genießen und richtig auszunutzen, denn irgendwann werden wir sie uns sicherlich zurückwünschen. 😀

 

 

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