Tipps für die Praktikumssuche | Meine Erfahrung

Hätte man mich zu Beginn meines Studiums gefragt, was ich glaube, was ich als die nervigste Aufgabe am Studieren empfinden werde, hätte ich mit allem geantwortet, aber nicht mit der Praktikumssuche. Da mir dieses Praxissemester immer so unendlich weit weg schien, habe ich mich nie wirklich damit beschäftigt, sondern habe es eher auf mich zukommen lassen. Hinsichtlich der Tatsache, dass es bis Oktober gar nicht mehr so lange ist, fing ich in meiner Vorlesungsfreien Zeit im März an, mich auf die Suche nach einem passenden Praktikumsplatz zu begeben. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das eine ein-Tages-Aufgabe sein würde, aber wie viel Geduld, Zeit und Nerven es mich schlussendlich gekostet hat, hab ich nicht vorhergesehen. Was ich auf dem endlos scheinenden Weg zwischen dem Schreiben des Lebenslaufes und dem Unterschreiben des Vertrags gelernt habe, möchte ich heute hier festhalten.

1. Fangt früh genug an!

Von dem Moment wo ich die erste Bewerbung abgeschickt habe, bis zur endgültigen Zusage hat es bei mir knapp zwei Monate gedauert. Die ersten 6 Wochen war aber erst mal gar kein Ende in Sicht – so lange hat es bis zur ersten Einladung zu einem Bewerbungsgespräch gedauert. Ich bin froh, dass ich so früh dran war – hätte ich hier unter Zeitdruck gestanden, wäre das Ganze echt stressig gewesen. Natürlich kann es auch schneller gehen… aber auch langsamer… ich bin immer ein Fan davon, sich so früh wie möglich um alles zu kümmern. Man kann aber auch ZU früh anfangen, wie ich von einigen gehört habe. Das könnte auch ein Grund dafür sein, dass ich so wenige positive Rückmeldungen erhalten habe – Unternehmen wissen im März vielleicht mit absoluter Sicherheit, in welchem Bereich sie wie viele Praktikanten im Oktober einstellen. Das ist aber von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich – ich bin auch auf welche gestoßen, die eine Bewerbung 6 Monate im Voraus verlangt haben. Deshalb bin ich der Meinung, dass es nicht schaden kann frühzeitig schon mal ein paar Bewerbungen abzuschicken.

2. Nutzt Canva um euren Lebenslauf zu erstellen.

Stellt euch vor, ihr würdet im HR eines Unternehmens arbeiten und euch würden täglich unzählige Lebensläufe vorliegen, die alle gleich aussehen, weil sie alle mit Word erstellt wurden. Ihr würdet euch freuen, wenn zwischendurch einer aus der Masse heraussticht, richtig? Auf www.canva.com oder in der App könnt ihr ganz einfach, schöne Lebensläufe erstellen. Gerade in kreativen Berufen macht das, meiner Meinung nach, einen guten Eindruck.

3. Setzt den Fokus auf eure praktische Erfahrung.

Durch das Feedback der Unternehmen, bei denen ich mich vorgestellt habe, habe ich schon gemerkt, dass es sehr positiv ankommt, wenn man praktische Erfahrungen gesammelt hat – egal ob im Studium, im Job, freiberuflich oder auch alles Hobby. Die wollen sehen, dass man für den Beruf brennt und man wirklich etwas dafür macht. Also hebt diese Erfahrungen im Lebenslauf und auch im Bewerbungsgespräch hervor.

4. Passt auf, wie ihr eure Sprachkenntnisse formuliert;)

In meinem Lebenslauf steht, dass ich fließend Französisch spreche. Das war auch mal so – aber nach 2 Jahren in Deutschland, in denen ich diese Sprache so gut wie gar nicht mehr benutzt habe, ist „fließend“ dann doch vielleicht übertrieben. Das hab ich festgestellt als die Frau beim Bewerbungsgespräch aus dem Nichts angefangen hat, mit mir französisch zu sprechen. Ich konnte zwar antworten… es war auch mehr oder weniger fließend… ob es grammatikalisch korrekt war ist eine ganz andere Frage. Also passt auf, was ihr da reinschreibt.

5. Glänzt mit Referenzen und Zertifikaten.

Da ich mich für ein Praktikum im Online Marketing mit Schwerpunkt Social Media beworben habe, hat die Tatsache, dass ich Empfehlungsschreiben von Unternehmen hatte, deren Social Media Kanäle ich betreibe, sicherlich keinen schlechten Eindruck gemacht. Bei einem Bewerbungsgespräch war es außerdem so, dass die Tatsache, dass ich gerade dabei bin, mir die Zertifikate der Google Zukunftswerkstatt zu erarbeiten, mir einen klaren Vorteil verschafft hat. Jedem der irgendwas im Bereich Online Marketing machen möchte, kann ich nur empfehlen, diesen kostenlosen Online-Kurs zu machen: learndigital.withgoogle.com

6. Seid darauf gefasst, dass ihr von einigen Unternehmen gar keine Antwort bekommen werdet.

Von über der Hälfte der Unternehmen, bei denen ich mich beworben habe, habe ich gar keine Rückmeldung erhalten. Das blöde ist, dass man dann nicht weiß, ob man abwarten oder sich bei anderen bewerben soll. Ich habe es so gemacht, dass ich mit 5 Bewerbungen angefangen habe und pro Absage oder nach 2 Wochen nicht erhaltenen Rückmeldung eine neue Bewerbung losgeschickt habe.

7. Bewerbt euch lieber bei zu vielen, als bei zu wenigen.

Ich habe mich bei insgesamt 15 Unternehmen beworben und wurde zu zwei Bewerbungsgesprächen eingeladen – von den anderen gab es entweder keine Antwort oder die Rückmeldung, dass die nicht die Kapazitäten haben, um ein solches Praktikum zu betreuen. Im Endeffekt hätte ich mir vieles davon sparen können, weil ich schlussendlich bei dem Unternehmen gelandet bin, bei dem ich mich als zweites beworben habe. Allerdings habe ich auf diese Antwort relativ lange gewartet und wollte einfach kein Risiko eingehen, keinen Praktikumsplatz zu finden.

8. Ihr werdet einen Praktikumsplatz finden!

Wenn man viele Bewerbungen abgeschickt hat und einfach keine positive Rückmeldung bekommt, kann das ganze sehr hoffnungslos wirken. Allerdings kann das ganze dann plötzlich ganz schnell eine Wendung nehmen und vom Bewerbungsgespräch bis zur Zusage dauert es dann gar nicht so lange. Nach meiner Erfahrung wird man zu einem solchen Gespräch nämlich nur eingeladen, wenn die ernsthaftes Interesse an einem haben. Die Karriereberaterin bei uns an der Uni meinte auch, dass sie es noch nicht erlebt hat, dass Studierende keinen Praktikumsplatz gefunden haben – es sei denn sie haben sich nicht bemüht, oder sich bei Vorstellungsgesprächen komplett daneben benommen.

9. Ihr dürft bei einem Pflichtpraktikum schon meistens mit einer Vergütung rechnen.

Eine Frage, die ich mir im Vorfeld gestellt habe ist die, ob ich bei einem Praktikum mit einer Vergütung rechnen darf und wie man danach fragt, ohne dass es komisch rüberkommt. Um den ersten Teil der Frage zu beantworten: Ja, es ist eigentlich schon üblich, dass Pflichtpraktika vergütet werden – unsere Arbeit ist etwas wert! Bei meinem ersten Vorstellungsgespräch, hat der Geschäftsführer den Betrag von sich aus genannt, bei dem zweiten habe ich danach gefragt – mit dem Kommentar „nicht dass das jetzt das wichtigste wäre, aber…“. Von den Angeboten, die ich bekommen habe, sowie von dem, was ich von Kommilitonen gehört habe, liegt diese Vergütung im Schnitt zwischen 300 und 500 Euro im Monat.

10. Sagt einen Probearbeitstag zu, auch wenn ihr nicht zu 100% überzeugt seid.

Falls euch ein Probearbeitstag angeboten wird, nehmt euch die Zeit und sagt zu – auch wenn ihr nicht zu 100% von dem Unternehmen oder dem Job überzeugt seid und ein alternatives Angebot im Hinterkopf habt. Genau das war bei meinem ersten Bewerbungsgespräch der Fall. Ich habe mich im Endeffekt für eine andere Stelle entschieden, aber trotzdem bin ich froh, dass ich nicht zu faul war, diesen einen Tag in dem Unternehmen zu arbeiten und mir das Ganze unvoreingenommen anzuschauen. Ich wurde nämlich positiv überrascht und hätte mir im Endeffekt auch vorstellen können, wenn ich bei von dem anderen Unternehmen eine Absage bekommen hätte, mein Praktikum dort zu machen.

11. Ihr könnt bei einer Zusage, Bedenkzeit verlangen.

Nehmt nicht das Erstbeste – auch wenn die Praktikumssuche anstrengend ist und man auf keinen Fall das Risiko eingehen möchte, gar nichts zu finden. Als ich nach dem Probearbeitstag die erste Zusage erhalten habe, hatte ich bereits ein weiteres Vorstellungsgespräch im Hinterkopf – und zwar mit einem Unternehmen, welches eines meiner absoluten Favoriten war. Aus diesem Grund habe ich ganz offen gesagt, dass ich ein paar Tage später ein anderes Bewerbungsgespräch habe, was ich ungern absagen würde. Die hatten damit auch kein Problem und haben mir knapp 2 Wochen Bedenkzeit gegeben. Natürlich hätte das auch anderes sein können, aber dieses „Risiko“ war es mir wert.

12. Vertraut auf euer Gefühlt und überprüft es mit eurem Verstand.

Das erste Bewerbungsgespräch habe ich mit einem unsicheren Gefühl verlassen – sowohl was das Unternehmen an sich angeht, als auch die Aufgaben, die mir dort zugeteilt werden würden. Bei dem zweiten bin ich rausgegangen und war absolut verliebt – die Aufgaben, die Leute, das Unternehmen, die Location… alles war perfekt. Ich wollte mich davon nicht blenden lassen und habe versucht neutral zu überlegen, welche Stelle für mich die beste wäre. Da beide sich von dem Lerneffekt her nicht viel genommen haben, war die Entscheidung aber eindeutig. Und jetzt freue ich mich, Mitte September mein Praxissemester zu beginnen!


Das sind die Erfahrungen, die ich in den vergangenen Wochen gesammelt habe – vielleicht konnte ich ja den ein oder anderen, den etwas Ähnliches erwartet, darauf „vorbereitet“. Ich finde es natürlich schade, dass viele Unternehmen gar nicht absagen oder wenn sie absagen, dann keinen Grund nennen – daraus hätten sich sicherlich viele weiteren Tipps ergeben. Ich kann nur empfehlen, sich auf Youtube von verschiedenen Karriereberatern informieren zu lassen – behaltet allerdings im Hinterkopf, dass vieles auch Subjektiv ist. Außerdem hat es im Endeffekt auch vielleicht etwas mit Glück und zur Richtigen Zeit am richtigen Ort sein zu tun, wie schnell man fündig wird. Aber irgendwann findet jeder seinen perfekten Arbeits- oder Praktikumsplatz – ganz viel Erfolg dabei!

Hinterlasst mir gerne eure Erfahrungen in den Kommentaren:)

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