Traumberuf: Influencer?

Ich nutze Soziale Medien seit fast 10 Jahren, ich veröffentliche jede Woche drei Blogbeiträge und auch meine berufliche Zukunft sehe ich in den digitalen Medien. Da könnte man eigentlich davon ausgehen, Influencer sei mein absoluter Traumjob. Nach allem, was ich durch das Beobachten von sozialen Medien gelernt habe, kann ich dies aber eindeutig verneinen. Hinter den hübschen Bildern und gesponserten Produkten stecken, meiner Meinung nach, auch Schattenseiten, die dann häufig hinter bunten Filtern verschwinden.

Ich liebe es Content zu erstellen – egal in welcher Form. Allerdings ist es etwas komplett anderes, ob dieser Content aus einer Inspiration bzw. einem Gefühl oder aus der Notwendigkeit Geld zu verdienen entsteht. Würde meine finanzielle Sicherheit beispielsweise von diesem Blog abhängen, bin ich mir relativ sicher, dass meine Inhalte andere wären oder ich zu verkrampft an die Sache herangehen würde. Ich möchte Inhalte veröffentlichen, weil sie mich in dem Moment beschäftigen und ich sie gerne teilen würde. Ich würde nicht wollen, dass mein Leben von Zahlen abhängig ist, oder davon, dass andere Menschen, das, was ich tue oder mich mögen. Klar, in jedem Job muss das, was du erschaffst bestimmten Leuten auf irgendeine Weise gefallen. Allerdings ist das Produkt, was du als Influencer vermarkten musst, du selbst.

Neben den äußeren Einflüssen in diesem Beruf – wie der Abhängigkeit von Zahlen und der Meinung anderer, aber auch die Tatsache, dass es häufig nicht als „richtige Arbeit“ angesehen wird und dass man plötzlich durch seine Reichweite definiert wird – glaube ich, dass man auch mit sich selber in diesem Arbeitsverhältnis einige Kämpfe zu führen hat. Ich kann mir vorstellen, dass nach der ersten Euphorie und dem anfänglichen Gefühl von „ich bin mein eigener Chef, mache worauf ich Lust habe und Firmen zahlen mir Geld dafür“, dann auch irgendwann so ein „is that it?“-Moment kommt – ein Moment, in dem es einem schwer fällt sich zu den nächsten Zielen zu pushen, weil man nicht so recht weiß, was die nächsten Ziele überhaupt sind; ein Moment, in dem man sich ausgelaugt und uninspiriert fühlt. Vielleicht empfindet man sogar ein Gefühl von stillstand, weil einem die Herausforderung fehlt – weil man niemanden hat, der einem vorgibt, was man zu tun hat und man nach einer Zeit einfach immer ähnliche Dinge erledigen muss.

Genau das ist wahrscheinlich auch der Grund warum die meisten Influencer sich früher oder später von dem reinen Social-Media-Business lösen und sich weitere Standbeine aufbauen. Ein Buch, ein Podcast, eine Modelinie, Workshops oder Events die man organisiert usw. sind eine neue Herausforderung, die dann wieder dieses Feuer in einem entfachen. Und hier sind wir, meiner Meinung nach, beim besten Aspekt des Influencer-Seins. Die Reichweite ermöglicht es einem, super einfach in anderen Branchen einzusteigen und auch dort erfolgreich zu sein. Man hat quasi unendliche Möglichkeiten sich zu verwirklichen, wenn man denn die Motivation dazu hat – aber vielleicht hat auch die Kombination aus so vielfältigen Wegen, die man einschlagen kann und der Abwesenheit von jemanden, der einem vorgibt, wo es lang geht, überfordernd und auf eine Weise lähmend sein.

Influencer zu sein hat – wie wahrscheinlich jeder Job – einfach Vor- und Nachteile. Letztere werden aber, meiner Ansicht nach, häufig unterschätzt und auf die leichte Schulter genommen. Ich glaube, für mich wäre es nichts – zumindest nicht hauptberuflich. Insgesamt bin ich beim Thema Selbstständigkeit, für mich persönlich, zwiegespalten – im Moment strebe ich eher eine Festanstellung an, könnte mir aber vorstellen nebenbei mit meinen Hobbys auf freiberuflicher Basis Geld zu verdienen, zum Beispiel, indem ich weiterhin Startups im Social-Media-Marketing berate oder auch hin und wieder Artikel für Online Magazine oder ähnliches schreibe. Auch wenn das hier gerade ein Unternehmen liest, was kooperieren möchte, lasst euch hiervon nicht abschrecken – die Message von diesem Beitrag ist nicht, dass ich mit meinem Blog kein Geld verdienen möchte ( 😉 ), sondern einfach nur, dass ich mir momentan nicht vorstellen könnte auf Dauer mein eigener Chef zu sein.


Wie steht ihr zu dem Thema – welches Arbeitsverhältnis ist für euch das attraktivste oder seid ihr vielleicht sogar Vollzeit selbstständig?:)

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