Was mir mein Praktikum wirklich gebracht hat

„Time flies when you’re having fun.“

Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, als ich genau hier auf meinem Sofa in genau der gleichen Position mit meinem Laptop saß und voller Vorfreude ein Lifeupdate geschrieben habe, in dem ich den Start meines Praktikums verkündet habe. Ich wusste damals nicht genau, was mich erwartet, aber ich hatte – seit der ersten Sekunde in der ich dieses Büro für das Bewerbungsgespräch betreten habe – im Gefühl, dass es gut wird. Am kommenden Freitag ist mein letzter Tag und ich bin super dankbar, für alles, was ich aus den 20 Wochen mitnehmen konnte.

Ja, ich hab fachlich super viel dazugelernt. Ich bin mittlerweile quasi Experte im Influencer-Marketing und im Community Management, wenn wir es überspitzt formulieren möchten. Ich konnte von Profis lernen und Teil eines Unternehmens sein, welches in der Branche, in der ich mich zuhause fühle – dem Online-Marketing – ganz oben mit dabei ist. Daneben habe ich gelernt mit den verschiedensten Systemen zu arbeiten und habe vielseitige Einblicke in die gesamte Funktionsweise eines solchen Unternehmens bekommen. Aber würde man mich fragen, was mir dieses Praktikum wirklich gebracht hat, würde ich das fachliche Know-How nicht an erster Stelle nennen – da gibt es andere Aspekte, in denen ich bei mir selber noch eine viel wichtigere Entwicklung bemerkt habe.

Zwei ganz ganz wichtige Punkte, in denen mich dieses Praktikum weitergebracht hat sind Selbstständigkeit und soziale Kompetenzen. Was mir beim Bewerbungsgespräch versprochen wurde, wurde eingehalten. Meine Aufgabe bestand nicht aus Kaffeekochen und Kopieren, sondern ich hatte meine eigenen Projekte, an denen ich gearbeitet habe, ohne wirkliche Anweisungen. Einmal eingearbeitet und schon wurde einem komplett vertraut. Anfangs war es vielleicht überfordernd, sich zum ersten mal alleine mit Preisverhandlungen im 3-4-stelligen Bereich, Verträgen und Kundenkommunikation auseinander zu setzen. Aber durch learning by doing hab ich überall hineingefunden und vor allem die Fähigkeit dazugewonnen, entspannter mit neuen, ungewohnten Aufgaben und Situationen umzugehen. Das gilt auch für den Umgang mit Menschen. Ich bin von Grund auf eher introvertiert und neige dazu, socially awkward zu sein. Ein Alltag im Großraum Büro mit 80 neuen Kollegen und der ständige Kontakt zu Menschen hat es mir in diesen 20 Wochen diesbezüglich nicht erlaubt, in meiner Comfort Zone zu bleiben. Spätestens seit einem Event mit französischen Influencern, welches ich mit betreuen durfte und damit absolut die Grenzen meiner Introvertiertheit überschreiten musste, fühle ich mich in sozialen Situationen schon viel weniger awkward.

Was ich an dem Praktikum aber am allermeisten geschätzt habe, ist die Tatsache, dass es mir die Angst, irgendwann in einem Job zu landen, mit dem ich nicht 100% happy bin, komplett genommen hat. Ich hab ich den vergangenen Jahren viel hin und her überlegt, was eigentlich mein Traumberuf ist. Dass es „irgendwas mit Medien“ sein wird, weiß ich seit meinem 10. Lebensjahr. Allerdings könnte ich mindestens 20 Berufe in diesem Bereich aufzählen, die ich mir vorstellen könnte und daneben gibt es wahrscheinlich noch 50 weitere, die ich gar nicht auf dem Schirm hab. Diese „Qual der Wahl“ vor der ich auch mit meinem sehr breitgefächerten Studiengang stehe, war eine Herausforderung in der Hinsicht, dass ich zeitweise geglaubt habe, ich müsste mich eines Tages ganz bewusst für einen Traumberuf entscheiden und damit alle andern ablehnen. Ich bin zwar irgendwann selber zu der Erkenntnis gekommen, dass mein Leben hoffentlich lang genug sein wird, um mich auszuprobieren. 40 Jahre lang im gleichen Job zu arbeiten, war nie meine Idealvorstellung. Mein Praktikum hat mich darin nur nochmal bestätigt.

Influencer-Marketing stand nämlich nie oben auf meiner Wunschliste, wenn es um Jobs ging. Ich hatte mich nicht mal für dieses Praktikum beworben – sondern eigentlich wollte ich eher in Richtung Social-Media-Marketing und Content Creation gehen. Und trotzdem habe ich, nach einer ersten Einfindungsphase, für diesen Job gebrannt. Ich hab freiwillig Überstunden gemacht, weil es sich für mich nicht wie Arbeit angefühlt hat. Ich fand’s schön zu sehen, dass ich eine solche Leidenschaft in so kurzer Zeit für diese Aufgabe entwickeln konnte. Ich hab mich zwischendurch gefragt „wärst du glücklich, wenn du das jetzt 10 Jahre lang machen müsstest?“ und die Antwort war immer „ja“. Ich hab mir in der Zeit quasi selber bewiesen, dass jeder Job (in dieser Branche) zu meinem Traumjob werden kann – wenn die Arbeitsatmosphäre stimmt, man mit coolen Leuten zusammen arbeitet, man nicht eingeschränkt wird, sondern selbstständig arbeiten kann usw. Das lässt mich auf jeden Fall sehr positiv und gelassen auf meine berufliche Zukunft blicken.

Ich bin mir sicher, ich habe einige Punkte vergessen und es kommt nicht ansatzweise rüber, wie viel mir dieses Praktikum gebracht hat. Natürlich ist es schade, dass die Zeit so schnell vorbei war, aber ich freue mich mit dieser Erfahrung im Gepäck die nächsten Schritte zu gehen. Vor allem freue ich mich auf mein Stundentenleben – ich liebe das ja sehr!

Dieser Blogpost ist eine ganz klare Empfehlung. Zum einen für Kapten and Son als Arbeitgeber und zum anderen dafür, offen und passioniert an jede Aufgabe, jeden Job und jede Herausforderung heranzugehen.

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