An einem Kalender gescheitert | Finde heraus, welcher Typ du bist!

Ich dachte, 2020 wäre es mal an der Zeit für etwas Neues und habe mich deswegen zum Jahresanfang dafür entschieden, nach 2 Jahren Bullet Journaling, auf einen „normalen“ Kalender umzusteigen. Kurz vor Silvester wurde der Kalender, den ich mir bei Jo&Judy ausgesucht hatte, geliefert und ich konnte es kaum abwarten, endlich mit dem Planen loszulegen. Nachdem die erste Euphorie verflogen war, habe ich dann aber immer mehr Nachteile dieser Organisationsmethode bemerkt und mein Bullet Journal immer mehr vermisst. Nachdem jeder Versuch mir einzureden, dass es nur Gewöhnungssache sei, gescheiterte war, habe ich mir Mitte Februar eingestanden, dass es keinen Sinn macht, diesen Kalender fortzuführen, wenn ich genau weiß, dass es eine andere Methode gibt, mit der ich um einiges glücklicher und produktiver bin.

Es lag zum Einen am Kalender selbst…

Ich hatte mich für einen Daily Planer entschieden, in dem es eine Seite pro Tag gab, die in einen Notizbereich und einen Zeitplan unterteilt war. Das war an sehr vollgeplanten Tagen super praktisch, an anderen wiederum total unnötig, weil die Seiten größtenteils leer geblieben sind. Zudem haben mir Wochen- und Monatsübersichten gefehlt – wie sehr ich diese brauche, um einen Überblick zu haben, ist mir leider erst nach dem Kauf so richtig bewusst geworden.

Ich bin einfach ein Bullet-Journal-Girl. Ich hab die leeren Seiten, auf denen meiner Kreativität und der Ausformulierung meines Kopfchaos keine Grenzen gesetzt sind, total vermisst. Ich habe geglaubt, der Platz für Notizen, den es unter jeder Tagesübersicht jeweils auf einer halben Seite gab, könnte hierfür eine Alternative sein, aber dem war nicht so. Zum Einen hat hier das Punkte-Muster gefehlt, weshalb irgendwie alles schief aussah. Zum Anderen konnte ich meine ganzen Listen, Übersichten und Pläne hier nicht logisch aufbauen, weil sich mir immer die Frage gestellt hat „unter welchen Tag gehört das denn nun?“.

… und zum anderen an dem, was er mit meinem Kopf gemacht hat.

So komisch es auch klingt, aber dieser Kalender wurde für mich zum absoluten Stressfaktor – dabei sollte er doch das genaue Gegenteil bewirken. Als kleine Perfektionistin und Organisationsfreak haben die leeren Seiten mich in den Wahnsinn getrieben. Es gibt nunmal Tage, an denen man nichts tut, oder man den ganzen Tag mit einer einzigen Aufgabe beschäftigt ist und somit keine Zeit für andere To Dos bleibt. Ich hatte aber irgendwie das Gefühl, ich muss etwas aufschreiben und diese „Angst vor dem weißen Blatt Papier“ hat mich in meiner Kreativität und Produktivität gehemmt.

Im Bullet Journal habe ich unendlich viel Platz für busy Tage und auf der anderen Seite wiederum die Möglichkeit, an manchen Tagen nichts einzutragen, ohne somit eine Seite zu verschwenden. Genauso können Listen 3 Seiten oder 3 Zeilen lang sein und dabei wird weder der Platz knapp, noch bleibt irgendwo eine störende leere Seite.

Die Moral von der Geschicht‘

Mit diesem Dilemma können sich wahrscheinlich nur die wenigsten identifizieren. Es geht in diesem Beitrag tatsächlich nicht um meine Erfahrung an sich, sondern um folgende Message. Wenn ihr merkt, dass etwas für euch nicht funktioniert – ob das nun eine Organisationsmethode, eine Sportart, eine Ernährungsweise oder sonst was ist – verschwendet eure Zeit nicht damit. Ich hätte diesen Kalender jetzt bis Ende des Jahres weiterführen können – weil es schade um das Geld ist, weil der Kalender, den ich Anfang Januar stolz auf Instagram präsentiert habe, doch nicht so toll war oder, weil es nicht toll ist, sich eingestehen zu müssen, dass man etwas nicht durchzieht, etwas nicht kann, oder eine Entscheidung nicht unbedingt die Beste war. Und was hätte es mir gebracht? Ich hätte 2020 weniger Spaß gehabt, als ich es mit meinem BuJo habe, wäre weniger produktiv gewesen, hätte weniger Erfolge erzielt, meine Gedanken wären weniger geordnet gewesen. Und wofür? Für 40€? Für die Meinung von anderen? Für den eigenen Stolz?

Nein Danke. Ich setzte mich gleich mit meinem Bullet Journal an meinen Schreibtisch, plane die kommende Woche und zelebriere meine Entscheidung. 😀

4 Gedanken zu “An einem Kalender gescheitert | Finde heraus, welcher Typ du bist!

  1. Andrea schreibt:

    Ich kann dich voll verstehen. Jedes Jahr habe ich mir einen Buchkalender gekauft um ihn dann ungenutzt liegen zulassen . Ich bin der digitale Typ und liebe den Kalender auf meinem Smartphone. 🤷🏼‍♀️
    Liebe Grüße von Andrea

    Gefällt 1 Person

    • romywinter schreibt:

      Danke für deinen Kommentar, schön zu sehen, dass andere Ähnliche Probleme haben!:D Neues auszuprobieren kann nie schaden, aber oft zeigt es einem dann halt nur, dass die alten Methoden eigentlich perfekt für einen waren:D

      Liebe Grüße,
      Romy

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