Meine Quarantäne-Routine | 1 produktiver Freitag in Selbst-Isolation

Eine Frage, die ich mir in den vergangenen Wochen häufig gestellt habe: „Was machen die Leute eigentlich, wenn sie gezwungen sind, Zuhause zu bleiben, keine Freunde treffen können und zum Großteil auch nicht ihrer üblichen Arbeit nachgehen können?“. Eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht, aber ich kann euch zumindest meine persönliche Antwort erläutern. Ich wohne während der Quarantäne erstmal vorübergehend wieder bei meinen Eltern und meine Uni-Kurse finden aktuell alle online statt. Eine komische Situation, aber mittlerweile habe ich mich damit abgefunden und eine Routine entwickelt, mit der ich dieser unnormalen Zeit wieder etwas Normalität wiedergeben kann. So sieht oder so ähnlich sieht momentan jeder Werktag bei mir aus:

Freitag, 17. Juni 2020

7:00 – 8:00 Uhr

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Es ist 7 Uhr, mein Wecker klingelt. Nachdem ich kurz aufgestanden bin und zum Wach-Werden erstmal ein Glas Wasser getrunken habe, schnappe ich mir meinen Laptop und lege mich damit zurück ins Bett. Ich habe mir angewöhnt, bereits vor dem Frühstück zirka eine Stunde lang zu arbeiten. Hier erledige (oder beginne) ich die Aufgabe, die an dem Tag am wichtigsten oder am umfangreichsten ist oder die ich, aus welchem Grund auch immer, gerne möglichst schnell abhaken möchte. Heute steht nichts super wichtiges für Uni und Job an – da ich am Donnerstag keine Vorlesungen habe und diese Dinge da meistens in Ruhe erledige und der Freitag dann entspannter starten kann – somit besteht meine erste Aufgabe des Tages darin, einen Blogpost für die kommende Woche zu schreiben. Da ich am Vortag bereits die wichtigsten Informationen stichpunktartig notiert und eine Gliederung erstellt habe, geht das eigentlich recht schnell.

8:00 – 8:30 Uhr

Dann bereite ich mir aktuelles Favorite-Breakfast, Toast mit braunem Mandelmus & Banane (diesmal sogar mit Erdbeeren) zu und frühstücke dann gemeinsam mit meinem Bruder. Hierbei lassen wir uns viel Zeit und führen mehr oder weniger relevante Gespräche.

8:30 – 8:50 Uhr

Seit zirka zwei Monaten ist Sport ein fester Bestandteil meiner Morgenroutine (zumindest an 5-6 Tagen in der Woche). Je nachdem wie ich mich fühle, mache ich 10 – 30 Minuten (ok, 30 Minuten nur sehr selten) Pilates, Bauch-Beine-Po oder wie man es auch immer nennen möchte und manchmal zusätzlich Yoga und Stretching. Diesmal mache ich ein 12-Minuten-Bauch-Workout von Pamela Reif und anschließend einfach aus dem Kopf noch ein paar Übungen für Arme und Beine, sodass meine Sporteinheit an dem Tag 15 bis 20 Minuten gedauert hat. Hierbei achte ich mehr darauf wie ich mich fühle als auf die Zeit – ich habe nicht wirklich ein physisches Ziel, sondern mache das, weil ich merke, dass ich so den Tag über mehr Energie habe und ich auch etwas mehr Kraft, besonders in den Armen, haben möchte.

8:50 – 9:20

Anschließend gehe ich, wie es wahrscheinlich die meisten tun würden, duschen und ziehe mich an – sehr aufregend, ich weiß. Dann hab ich noch schnell mein typisches Quarantäne-Makeup – bestehend aus einer getönten Tagescreme, etwas Concealer, Augenbrauengel, Mascara, Puder und Bronzer – aufgetragen und war ready für den Tag.

9:20 – 11:30 Uhr

Gegen halb 10 ist dann immer der Punkt erreicht, an dem die klassische Morgenroutine endet und Home Office (wieder) beginnt. Das besteht heute bei mir aus einer Recherche-Aufgabe für meinen Fotografiekurs, der Vorbereitung eines Referates, welches ich am Montag halte und der Konzeptentwicklung für kommende Blogposts. Nebenbei habe ich ein Update auf meinem Laptop und IPad durchgeführt und  kurz bei der Pressekonferenz von Jens Spahn und dem RKI reingeschaut. Diese 2 Stunden erlauben es mir, in Ruhe alles zu erledigen, was vor dem Wochenende fertig sein soll.

11:30 – 12:00 Uhr

Vor dem Mittagessen lese ich noch ein paar Seiten in meinem aktuellen Buch: „Im Grunde gut“ von Rutger Bregmann.

12:00 – 12:30 Uhr

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Größter Vorteil davon, während der Quarantäne bei Mama und Papa gestrandet zu sein: Manchmal steht essen auf dem Tisch, ohne dass man selber auch nur den geringsten Aufwand darin gesteckt hat. Heute gibt es Spiegelei mit Bratkartoffeln und Tomaten-Rucola-Salat.

12:30 – 13:00 Uhr

Die letzte halbe Stunde vor meiner Online-Vorlesung verbringe ich damit, mein Zimmer aufzuräumen und draußen noch etwas frische Luft zu schnappen.

13.00 – 17:45 Uhr

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Freitags habe ich immer eine Zoom-Vorlesung zum Thema Online-Journalismus. Da heute die erste Veranstaltung für dieses Semester stattgefunden hat, sind wir erstmal mit einer Vorstellungsrunde gestartet. Anschließend folgt eine Erläuterung des Modulplans und der Abschlussarbeit. Außerdem haben wir uns eine Live-Pressekonferenz des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministers angeschaut, wozu wir eine Meldung verfassen sollten und sind in die Geschichte des Internets eingetaucht. Wir haben drei 5-Minuten-Pausen gemacht, die ich natürlich zum Snacken genutzt habe. Es gab ein Peanutbutter-and-Jelly-Toast, ein paar Erdbeeren, ein Schokoriegel und in der letzten Pause dann noch ein Käsebrot.

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17:45 – 22.00 Uhr

Meinen „Feierabend“ verbringe ich mit meiner Familie auf der Terrasse – wir grillen, spielen im Garten Krocket und sitzen bis 22 Uhr vor dem Feuer. Zwischendurch mache ich noch meinen abendlichen Spaziergang gemacht, der diesmal relativ kurz ausfällt, da ich erst um 8:45 Uhr losgehe und die große Runde somit nicht mehr vor totaler Dunkelheit schaffen würde – aber hauptsache ein bisschen Bewegung und Zeit alleine.

22:00 – 23:30 Uhr

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Jetzt sitze ich in meinem Zimmer, schreibe diesen Blogpost und recherchiere anschließend zu einem neuen Thema für meine Bachelorarbeit, welches mir vorhin beim Spazieren eingefallen ist – irgendwann in den nächsten Wochen muss ich mich für eine meiner zig Ideen entscheiden, aber das ist eine ganz andere Story. Normalerweise arbeite ich abends nicht mehr, sondern lese oder höre ein Podcast oder ein Hörbuch. Da morgen allerdings eh Wochenende ist, ich bin 8 Uhr schlafe und danach nicht viel auf dem Plan hab, kann ich das ruhig machen.


Ich hoffe, euch hat dieser kleine Einblick in meinen Alltag gefallen! 🙂

Disclaimer: Die Quarantäne ist kein Produktivitätscontest. Niemand muss sich schlecht fühlen, weil er die zusätzliche Zeit nicht „sinnvoll“, was auch immer das ist, nutzt. Solange man zufrieden ist und sich diese komische Phase möglichst angenehm gestaltet, ist das was man tut genau richtig. Ich persönlich brauche einen geregelten Tagesablauf und klare Aufgaben, um mich wohl zu fühlen. Ich fühle mich am Ende des Tages nicht erschöpft, sondern bin gefüllt mit der Energie, die mir das Nachgehen von Aufgaben, die ich gerne mache, gibt. Allerdings ist das eben auch nur ein Tag in meinem Leben. Auch ich habe Tage, an denen ich weniger strukturiert vorgehe, den Sport weglasse, vor dem Fernseher sitze, statt spazieren zu gehen und viele Stunden am Handy verbringe. Also, no pressure!

2 Gedanken zu “Meine Quarantäne-Routine | 1 produktiver Freitag in Selbst-Isolation

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