Let’s talk about sports | Meine Meinung, Ziele und Routinen

Online findet man unzählige Inhalte zum Thema Sport und Ernährung – aber die aller meisten davon stammen von Menschen mit Mitgliedschaft im Fitnessstudio, healthy Ernährungsplan und durchtrainiertem Bikini-Body all year long. Da Meinungsvielfalt im Internet wichtig ist, dachte ich, es wäre mal an der Zeit, dass ich meinen Senf dazu gebe. Ich liebe Essen über alles, hab die Ausdauer von einer Schildkröte, Fitnessstudio ist mir zu teuer, Schokolade zu lecker und mein Wohlfühlbäuchlein ein ewiger Begleiter. Und trotzdem kann Teil meines Lebens und ein Thema, mit dem ich mich auseinandersetze, sein – wer hätte es gedacht! 😀

Sport & Ich – es ist kompliziert

Als Kind hab ich mich super viel draußen bewegt. Ohne, dass ich wusste was Sport ist, habe ich es gemacht und geliebt – daraus nehme ich für mein heutiges Ich mit, dass sich Sport nicht wie eine Qual anfühlen muss, wenn man denn das Richtige für sich findet. Da ich ein sehr ehrgeiziger Mensch bin und schon immer großen Spaß an jeglichen Wettbewerben hatte, habe ich in der 5. Klasse sogar mal richtig Fussball und Tischtennis gespielt. Das war, soweit ich mich erinnern kann, die einzige Phase in meinem Leben, in der ich mal über einen langen Zeitraum hinweg, regelmäßig, bewusst und mit Leidenschaft viel Sport gemacht habe.

Zu Anfang meiner Teenie-Zeit konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wirklich Sport machen bzw. nur zu Reha-Zwecken, wodurch er, im Nachhinein betrachtet, vielleicht einen bitteren Beigeschmack bekommen hat. Die Verbindung von Sport und Spaß existierte für mich dann erstmal nicht mehr. Allerdings nur so lange, bis ich für mich die richtigen Aktivitäten entdeckt habe. Die Sportarten, die ich als Teenager und auch jetzt noch wirklich gerne mache, sind Spazieren gehen (aber nur alleine und ohne Ziel haha), Fahrrad fahren und jegliche „Gartenspiele“ wie Badminton oder Krocket.

Schulsport war hingegen die größte Qual für. Egal worum es geht, ich mag es nicht zu etwas „gezwungen“ zu sein, sondern habe nur Spaß, wenn ich aus intrinsischer Motivation heraus handele. Ich möchte entscheiden können, was ich mache, wann ich es mache, wo ich es mache und wann ich aufhöre. Vor allem möchte ich einen Grund haben etwas zu machen, der ein anderer ist, als dass ich sonst eine schlechte Note bekomme. So habe ich mich 13 Jahre lang da durch gequält und habe mich an Tag meines Abschlusses mehr darüber gefreut, nie wieder am Sportunterricht teilzunehmen als darüber, nie wieder eine Matheklausur zu schreiben.

Seitdem bliebe ich bei meinen liebsten Outdoor-Aktivitäten und machte hin und wieder zuhause Sport mit Youtubevideos und bin damit eigentlich ganz zufrieden. Seit mehr als 2 Monaten habe ich das nun sogar so sehr in meinen Alltag integriert, dass ich jede Woche 4 bis 6 Mal Homeworkouts bestehend aus Pilates-Übungen und/oder Yoga mache. Ich habe nämlich herausgefunden, dass dieser Sport am morgen mir Energie für den ganzen Tag schenkt und ich dadurch insgesamt disziplinierter und mein Alltag routinierter wird. Hier verlinke ich euch meine Fitness-Pinnwand auf Pinterest, auf der ich meine liebsten Übungen speichere. Ansonsten mache ich aber auch gerne die Workouts von Pamela Reif, Chloe Ting und Blogilates. Ich mache zwischen 10 und 30 Minuten (an den allermeisten Tagen ca. 15 Minuten), je nachdem wie fit und motiviert ich mich fühle und habe auch keinen konkreten Plan, sondern mache die Übungen, auf die ich an dem jeweiligen Tag Lust habe.

Über Motivation und Body Image …

Wie bereits erwähnt, geht es mir hauptsächlich um die „Nebenwirkungen“ vom Sport – die Endorphine, die dabei freigesetzt werden, die Energie die ich dadurch bekomme und die Struktur, die es meinem Tag gibt. Aber natürlich hoffe ich auch auf physische Effekte. Ich hatte glücklicherweise immer ein gutes Verhältnis zu meinem Körper. Ich mag mich als Mensch und sehe meinen Körper als Hülle, die mich nicht definiert. Das heißt nicht, dass ich nicht auch irgendwo eitel bin, aber ich habe von meinem Körper einfach nie Perfektion erwartet. Solange er gesund ist, mich von A nach B bringt und mich das Leben genießen lässt, kann ich von angeblichen Makeln absehen.

Natürlich gab und gibt es Phasen, in denen ich denke, mein Bauch könnte flacher, meine Beine trainierter und meine Arme weniger schwabbelig sein. Wenn ich aber mit der Motivation das zu ändern, anfange mehr Sport zu machen und mich gesünder zu ernähren, hält das nie mehr als wenige Tage an. Irgendwann stelle ich immer fest, dass nichts an meinem Körper so schlimm ist, dass es das wert wäre, auf mein geliebtes Essen zu verzichten und mich durch Workouts zu quälen.

Hinzu kommt, dass „dünn“ nicht mein persönliches Schönheitsideal ist – womit ich nicht sagen möchte, dass dünne Menschen nicht schön sind, sondern einfach, dass ich diesen Body Type nicht anstrebe (wobei das wahrscheinlich schon vom Knochenbau her nicht möglich wäre lol). Wenn ich meinen Körper mit einem Zauberspruch verändern könnte, würde ich ihn mir nicht dünner, sondern straffer wünschen. Aber da ich diesen Zauberspruch leider nicht habe, ist es eigentlich auch alles okay so wie es ist.  Wenn wir mal ehrlich sind, ist es eh nicht die Hülle, die einen Mensch schön macht  – so cheesy es auch klingt.

Meine körperlichen Ziele, wenn ich Sport mache, sind, mehr Kraft (besonders in den Armen), ein besseres Gleichgewicht, weniger schnell außer Atem zu kommen und mich insgesamt einfach fitter zu fühlen. Nicht nur für mein Äußeres, sondern auch für meine Gesundheit. Hierfür versuche ich Bewegung möglichst natürlich in meinen Alltag zu integrieren (durch regelmäßige Spaziergänge und die 5 Stockwerke, die ich zu meiner Wohnung hochlaufen muss) und zusätzlich kleine Workouts zu machen. Ich bin immer der Meinung „besser ein schlechtes Workout als gar kein Workout“, weshalb ich hier nicht jeden Tag die größten Anforderungen an mich habe. Ich bin schon sehr froh, dass ich herausgefunden habe, wie Sport für mich funktioniert, wie ich es in mein Leben einbauen kann und an welchen Übungen ich Spaß habe. Daher mein Appell: quält euch nicht, sucht euch realistische Ziele sowie passende Sportarten und habt Spaß.

Generell gibt es bei dem Thema, wie bei den meisten, kein Richtig und kein Falsch. Vielmehr sollte man bewusst und reflektiert da herangehen und auf seinen Körper hören. Es ist okay 7 mal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen und Low Carb zu essen und genauso ist es okay Essen (auch ungesundes Essen) zu genießen und Sport nicht als oberste Priorität im Leben zu sehen. Nichtsdestotrotz sollte man sich mit der Frage „Bewege ich mich genug?“ auseinandersetzen – das ist man seinem Körper und seinem 80-jährigen Ich auch irgendwie schuldig.

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