10 Tipps für mehr Durchhaltevermögen | Hobbys, Projekte & Routinen langfristig durchziehen

Ich war immer so, dass ich sehr schnell Feuer und Flamme für eine Idee war, ein paar Tage oder wenige Wochen lang eifrig an der Umsetzung gearbeitet habe und die Begeisterung dann aber auch recht schnell wieder verloren habe. Ich hab als Kind mit meinen Freunden Bands gegründet, die sich nach 2 Wochen aufgelöst haben, ich hab Blogs erstellt, auf denen ich nach dem ersten Vorstellungs-Beitrag nichts mehr hochgeladen habe, ich hab jedes Jahr einen Kalender begonnen, der ab Februar nur in der Ecke rumlag – die Liste ist endlos. Ehrlich gesagt, dachte ich, dass es bei diesem Blog genau so sein würde – ich habe das sogar in einem meiner ersten Beiträge angesprochen – but here I am, 1,5 Jahre und über 230 veröffentlichte Artikel später. Auch meinen Kalender führe ich seit 2 Jahren sehr konsequent & ich habe alltägliche Routinen entwickelt, die länger Bestand haben als 2 Wochen. Es gibt immer noch Dinge, die ich anfange und abbreche – was prinzipiell auch gut ist, es spricht ja nichts dagegen, etwas einfach mal auszuprobieren. Ich finde es allerdings schade, dass wir Menschen manchmal Hobbys, Projekte oder Routinen, die eigentlich perfekt für uns sind und wirklich einen positiven Einfluss auf unser Leben haben könnten, liegen lassen, weil uns das Durchhaltevermögen fehlt. Was ich mittlerweile versuche anders zu machen, würde ich gerne in 10 Punkten teilen, weil ich glaube, dass das ein Problem ist, das nicht nur ich kenne.

1. Bevor du anfängst, setze dich mit dir selbst auseinander

Ich finde es wichtig zu wissen, was meine Leidenschaften auf der einen und meine Hass-aufgaben auf der anderen Seite sind. Genauso versuche mir immer darüber gewusst zu sein, was meine Ziele im Leben – oder kleiner gedacht, meine Ziele in dem Jahr sind. Darüber hinaus erinnere ich mich, bevor ich ein Projekt oder eine neue Routine starte, daran, was für ein Typ Mensch ich bin – wie funktioniere ich, was motiviert mich, was raubt mir Energie, wie kann ich produktiv arbeiten. Diese Selbstreflektion hilft mir dabei, zu überprüfen ob mein Vorhaben wirklich zu mir passt und wie ich es am besten umsetze.

2. Wissen wieso man etwas macht

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich brauche bei allem, was ich mache ein WIESO. Das ist auch der Grund, warum ich mich zu Aufgaben in denen ich keinen Sinn sehe, wie so manche Hausaufgaben oder Haushalts-to-dos kaum motiviert bekommen und bei anderen Aufgaben förmlich zum Workaholic werde.

3. Möglichst  konkrete & realistische  Ziele setzen

Einen Blog, der mit dem Ziel gestartet wird, „ich möchte reich und berühmt werden“ ist, meiner Meinung nach, zum Scheitern verurteilt. Das wird nur in den wenigsten Fällen (schnell) funktionieren und wenn das die Motivation ist wird diese dann auch schnell wieder verschwinden. Für mich war das Ziel hierbei zum Beispiel eher, meinen Schreibstil zu verbessern und  ein Hobby zu haben, dem ich während des Studiums regelmäßig nachgehen kann, sodass es meinem Alltag Struktur verleiht. Es gibt nichts demotivierenders, als keinen Fortschritt in Richtung der eigenen Ziele zu sehen, weshalb man unrealistische Ziele so weit wie möglich vermeiden oder sie zumindest mit erreichbaren Zielen ergänzen sollte.

4. Prioritäten setzen

Man hat immer nur ein bestimmtes Pensum an Energie, Motivation und Zeit zur Verfügung – ich versuche, bewusst zu entscheiden, wofür ich das nutze. Das Problem, wieso man Dinge abbricht ist ja oft, dass einem etwas angeblich besseres einfällt, was man in dem Moment tun könnte –  in solchen Momenten sollte man sich nochmal fragen, was wirklich besser oder wichtiger ist.

5. Planen

„Keine Zeit“ für etwas zu haben, was einem eigentlich wichtig ist, resultiert oft aus schlechtem Zeitmanagement. Bei Projekten ist es mir deshalb besonders wichtig, vorzuarbeiten für Phasen in denen man vielleicht keine Zeit oder Lust zu hat. Ich habe in den vergangenen 1,5 Jahren zwar 2-3 Blogbeiträge die Woche hochgeladen, aber nicht geschrieben. Es gibt Wochen, in denen schreibe ich 5 und in anderen gar keinen. Es ist ganz normal, dass Phasen kommen, in denen das jeweilige Projekt eben nicht die erste Priorität hat. Wenn man aber vorgesorgt hat, Wirken diese Phasen sich nicht negativ auf die Motivation oder den Erfolg aus. Bei Routinen überlege ich mir im Voraus, wie ich  sie in den Tag einbauen kann und wenn die Zeit nicht reicht, reagiere ich darauf, indem ich zum Beispiel früher aufstehe.

6. Erfolg nicht an äußeren Faktoren messen

Wie man den Erfolg seiner Projekte oder Routinen misst, hat einen erheblichen auf die eigene Zufriedenheit damit. Ich versuche Erfolg nicht an Zahlen oder Meinungen anderer, sondern meinem Wohlbefinden und daran, wie sehr mich etwas erfüllt zu messen. Ob mein Blog erfolgreich ist oder nicht, bestimme ich nicht anhand des Feedbacks, sondern daran wie zufrieden ich selber mit den Inhalten bin und daran, wie sehr es mich persönlich und beruflich weiterbringt. Genauso ist meine Workout-Routine nicht dann erfolgreich, wenn die Zahl auf der Wage runtergeht, sondern wenn ich mich fit fühle und Endorphine ausgeschüttet werde. Es ist alles eine Frage der Perspektive.

7. Reflektieren

Ich finde es wichtig, alles was ich mache, regelmäßig zu hinterfragen und nicht aus Gewohnheit und Bequemlichkeit ewig so fortzuführen. Mich zu fragen  „Tut es mir gut?“ oder  „Was gefällt mir noch nicht zu 100%?“ und dementsprechend zu handeln, ist für mich essenziell, um langfristig nicht den Gefallen an etwas zu verlieren.

8. Downs mit neuer Inspiration entgegenwirken

Es wird immer Phasen geben, in denen die Euphorie weg ist. Neue Motivation und Inspiration hohle ich mir dann gerne in Podcast oder Gesprächen, aber auch durch Spazierengehen, aufräumen oder das Ausprobieren neuer Tools, Methoden, Übungen usw., um einfach etwas frischen Wind hereinzubringen.

9. Abstand gewinnen

Wenn das aber alles nicht hilft und die Motivation einfach nicht zurückkommt, kann es auch hilfreich sein, bewusst eine Pause einzulegen, in der man sich nicht mit dem jeweiligen Projekt beschäftigt, anstatt sich halbherzig dadurch zu zwingen.

10. Ein richtiger Umgang mit „Ausrutschern“

„Ausrutscher“ sollten nie nicht mit dem Abbruch des Projektes bestraft werden. Ich habe oft nach dem Motto gehandelt, „jetzt habe ich meinen Vorsatz eh gebrochen, dann kann ich auch ganz aufhören.“ – ich versuche es aber mittlerweile zu vermeiden, weil es eigentlich keinen Sinn ergibt und man so nie etwas langfristig durchziehen kann.


Wenn ihr weitere Tipps habt, schreibt sie gerne ich die Kommentare 🙂

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