Wieso ich kein Netflix schaue & gerne den Rundfunkbeitrag zahle

Es gibt einen Satz, der neben „ich trinke keinen Alkohol“ und „ich trinke Kaffee nur kalt und mit 80% (Hafer-)Milch“ im Studierendenalltag immer wieder auf Verwunderung stößt: „Ich schaue kein Netflix“. Ich schwöre es euch, die Blicke sind die Gleichen als wenn ich erzählen würde, mir sei soeben ein Elefant auf der Straße begegnet. Heute erfahrt ihr, wieso ich bewusst darauf verzichte und vor allem auch, was denn meine Alternative ist.

Was im Kopf eines Nicht-Netflix-Schauers vorgeht …

Nach jahrelangem, leidenschaftlichem Trash-TV-Konsum bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich an meine Mediennutzung mit dem Anspruch herangehe, im weitesten Sinne etwas zu lernen. Aus diesem Grund kann ich mit Serien und Filmen im Allgemeinen nicht so viel anfangen, sondern bevorzuge Reportagen, Dokumentationen, Erfahrungsberichte, TedTalks, Interviews, Talk-Shows und generell alles, was auf wahren Gegebenheiten beruht. Mir ist natürlich klar, dass es das auch auf Netflix gibt …

… aber ich habe ja nicht mal die Zeit dafür, mir alles anzuschauen, was mich im FreeTV und den Mediatheken interessiert. Ich schaffe es nicht mal, mir alle Podcastfolgen, die ich mir runterlade, anzuhören. „Ich habe keine Zeit für Netflix“ bedeutet übersetzt, „ich möchte mir keine Zeit dafür nehmen.“ Uni, Freunde, Familie, Jobs, mein Blog, Kochen, Social Media, persönliche Weiterentwicklung, Haushalt, Sport usw. sorgen dafür, dass mir seit Ewigkeiten nicht mehr langweilig war. Ich habe nicht das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlt und führe bisher auch ohne Netflix ein sehr ganz Leben.

Hinzu kommt die „Angst“, der „Sucht“ zu verfallen. Das ist der Grund, warum Köln50667 die einzige Serie ist, die ich schaue (hier verzichte ich auf den Bildungsanspruch lol). Das unterhält mich, während ich esse, nicht mehr und nicht weniger. Es gibt nur 5 Folgen die Woche, danach ist es vorbei und es ist in der Regel nicht so spannend, dass es mir schwer fallen würde, abzuschalten. Ich gebe schon auf Social Media alles, um nicht zu lange darin abzutauchen und meine Zeit damit zu verschwenden – dieses Risiko, ist meiner Ansicht nach, bei Netflix nunmal auch sehr hoch.

Okay aber was denn dann?

Meine Meinung zu Netflix sollte eigentlich nur als Einleitung dienen, nimmt jetzt aber doch den halben Artikel ein – naja, vielleicht können wir diese Sichtweise dadurch etwas normalisieren 😉 Worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist meine Alternative zu Netflix. Auch ich mag es, mich abends mit einem Tee und Snacks auf die Couch Couch zu setzen und mich berieseln zu lassen. Welchen Streamingdienst ich dann nutze? Einen für den wir alle (in Deutschland) monatlich rund 17 Euro zahlen – wäre doch schade, dieses Angebot nicht zu nutzen, oder?

Ja, ich rede von der Mediathek der Öffentlich-Rechtlichen im Allgemeinen und der ARD im Speziellen, aber bitte euch, nicht gleich wegzuklicken, weil ihr denkt „ach sowas schauen doch nur meine (Groß-)Eltern“.

Beim Online-Angebot der ARD hat sich in den letzten Jahren und ganz besonders in den letzten Monaten einiges getan. Mittlerweile findet man in der Mediathek auch alle Formate des jüngeren Content-Netzwerks „Funk“. Für Geschichtsinteressierte gibt es seit neustem unter „ARD Retro“ interessante Inhalte aus den Archiven. Generell haben die ein super breites Themenspektrum – da sollte wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein. Und das ist an dieser Stelle keine Werbung, sondern eine Herzensempfehlung. Unabhängig davon, ob das Angebot an Serien, Dokumentationen und Filmen einem jetzt bei Netflix oder in der ARD-Mediathek besser gefällt, verdient die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen mehr Wertschätzung. Gerade, wenn man in diesen Zeiten auf andere Länder schaut, sollte einem bewusst werden, dass die Meinungsvielfalt, die sie abbilden und allgemein der unabhängige und staatsferne Journalismus keine Selbstverständlichkeit sind.

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